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Monsignore Georg Austen, Bonifatiuswerk Monsignore Georg Austen, Bonifatiuswerk 

Bonifatiuswerk feiert: Internationale Gäste und ein Priesterjubiläum

Das Bonifatiuswerk hat am Bonifatiustag in Paderborn ein Zeichen für die Solidarität und den Glauben über Ländergrenzen hinweg gesetzt. Der Feiertag des Hilfswerks war in diesem Jahr eng mit der Biografie seines Generalsekretärs verknüpft, da Monsignore Georg Austen zeitgleich sein 40. Priesterweihejubiläum beging.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Zu den Feierlichkeiten reisten Delegationen aus Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum an, um die Zusammenarbeit in den Diaspora-Regionen zu verdeutlichen. Bereits am Vorabend hatte der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz als Schirmherr des Werkes die internationalen Gäste zu einem Empfang geladen.

Der Festgottesdienst in der Marktkirche begann mit dem Entzünden einer Kerze, die Austen zu Beginn des Jahres beim Ansgar-Jubiläum in Kopenhagen überreicht worden war. In seiner Ansprache zog der Generalsekretär Parallelen zu den Lebenswegen der historischen Glaubensboten Bonifatius und Ansgar, die Grenzen überschritten und Menschen zusammengeführt hätten. Diesen Auftrag sieht Austen weiterhin als Kernaufgabe für das Hilfswerk und den priesterlichen Dienst. Aus vier Jahrzehnten im kirchlichen Dienst bleibe die Erfahrung bestehen, dass Hoffnung dort entstehe, wo Menschen einander unterstützen und ihren Glauben teilen.

Würdigungen aus der europäischen Nachbarschaft

Der Bischof von Trondheim und Vorsitzende der Nordischen Bischofskonferenz, Erik Varden, würdigte den Jubilar im Namen der skandinavischen Bischöfe als jemanden, der Verbindungen stifte und Kirche baue. Die Festpredigt hielt der Berliner Erzbischof Heiner Koch, der zusammen mit dem lettischen Bischof von Liepāja, Viktors Stulpins, und dem Paderborner Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer die Liturgie gestaltete. Koch betonte, dass der Glaube sichtbare Zeichen benötige, um nicht stumm zu bleiben, und dass die Arbeit des Bonifatiuswerks dazu beitrage, Gläubige in den Minderheitensituationen der Förderländer vor der Isolation zu bewahren.

Die musikalische Gestaltung des Festaktes übernahmen das Duo Judy Bailey und Patrick Depuhl sowie die Sängerin Maite Kelly. Letztere verwies in ihrer Funktion als Botschafterin der Nikolausaktion des Hilfswerks auf konkrete soziale Initiativen des Bonifatiuswerks, wie die Unterstützung von Frauenhäusern und Kinderhospizen. Das 1849 gegründete Bonifatiuswerk finanziert jährlich mehr als 1000 Projekte in den Bereichen Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe in Regionen, in denen katholische Christen in einer extremen Minderheitensituation leben.

Rückblick auf den Wandel des Priesterberufs seit 1986

Austen, der das Amt des Generalsekretärs seit 2008 bekleidet, blickt auf einen veränderten gesellschaftlichen Kontext seit seiner Priesterweihe im Jahr 1986 zurück. Der Entschluss zum Theologiestudium fiel damals während seiner ehrenamtlichen Zeit in der katholischen Landjugendbewegung, woraufhin er den geplanten Einstieg in den elterlichen Lebensmittelbetrieb in Westfalen aufgab. Die Situation der katholischen Kirche habe sich seither stark gewandelt. Während in den 1980er-Jahren der Kirchgang und kirchliche Traditionen noch den ländlichen Alltag prägten, sei die Entscheidung für oder gegen den Glauben heute eine bewusste und individuelle Angelegenheit geworden. Selbst in traditionell katholischen Gebieten könne das Erleben des eigenen Glaubens mittlerweile mit dem Gefühl des Alleinseins verbunden sein.

Vor seiner Tätigkeit beim Bonifatiuswerk war Austen unter anderem in der Jugendverbandseisorge, im Strafvollzug sowie als Sekretär des Weltjugendtags 2005 in Köln tätig. Diese internationalen Erfahrungen und die Konfrontation mit sozialen Ungerechtigkeiten sowie der Aufarbeitung von Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt innerhalb der Institution haben seine Haltung geprägt.

Perspektiven auf Kirchenaustritte und Strukturreformen

Bezüglich der sinkenden Mitgliederzahlen der katholischen Kirche in Deutschland plädiert Austen für einen respektvollen Umgang mit den Entscheidungen der Menschen. Es gelte, die Beweggründe für einen Kirchenaustritt anzuhören und alternative Dialog- und Resonanzräume anzubieten, da die Verbindung zum Glauben oft auch nach dem formalen Austritt bestehen bleibe. Hoffnung im aktuellen Krisenkontext schöpfe er aus der Suche nach Sinn bei Erwachsenen, dem gesellschaftlichen Engagement für Demokratie und den spürbaren Effekten der geförderten sozialen Projekte. Für die Zukunft der Kirche regt der Generalsekretär strukturelle Veränderungen an.

(bonifatiuswerk/domradio)

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12. Juni 2026, 09:30