Migranten am 21. Februar auf der griechischen Insel Kreta Migranten am 21. Februar auf der griechischen Insel Kreta 

D: Evangelische Kirche kritisiert Asylreform

Schnellere Asylverfahren direkt an den EU-Außengrenzen, strengere Kontrollen und neue Regeln für Arbeit: Diesen neuen Vorgaben für Asylsuchende hat der Bundestag am Freitag zugestimmt. Damit werden die gemeinsamen europäischen Maßnahmen in deutsches Recht umgesetzt.

Christian Stäblein, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, kritisiert vor allem die sogenannten Sekundärmigrationszentren. Dort werden Asylsuchende festgehalten, die schon in einem anderen EU-Land registriert sind und auf die Bearbeitung ihres Antrags warten. Dadurch werde die Bewegungsfreiheit der Menschen erheblich eingeschränkt – „nicht nur für Erwachsene, sondern so wie es aussieht auch für Familien und Kinder“, so der Bischof im RBB.

Stäblein: Gesellschaft, die Werte der Würde lebt

„Da kann ich uns alle nur erinnern und ermahnen: Gucken wir, dass wir die Rechte der Schutzsuchenden wahren. Dann finden wir auch eine gemeinsame Lösung, die Europa an der Stelle dringend braucht.“ Dabei müssten immer die Menschenrechte und die Menschenwürde im Blick behalten werden.

„Am Ende wollen wir doch eine Gesellschaft sein, die diese Werte der Würde lebt“, betont Stäblein. „Und wenn ich die Menschen sehe, die hier Schutz suchen, gerade auch die Kinder, dann denke ich, das Beste für die Kinder ist gute Integration, gute Bildung, gute Schule und dann ein gutes Leben, das wir miteinander finden müssen.“

Die Menschen kämen in der Regel aus tiefer Not. „Und in dieser tiefen Not für die Menschen da zu sein, ist ein Urwert unseres Miteinanders und unserer Gesellschaft.“ Diese gemeinsamen Werte müsse man suchen und in den Regeln für Asylsuchende wahren.

(rbb – sk)
 

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28. Februar 2026, 11:19