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Nahaufnahme aus einem temporären Flüchtlingscamp auf Lesbos, Griechenland (Archivbild von 2020) Nahaufnahme aus einem temporären Flüchtlingscamp auf Lesbos, Griechenland (Archivbild von 2020) 

D/EU: Geplante Abschiebezentren ethisch fragwürdig

Der katholische Jesuiten-Flüchtlingsdienst hat die vom deutschen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) geplanten Abschiebezentren kritisiert, die außerhalb der EU errichtet werden sollen. Die Idee sei ethisch höchst fragwürdig.

Dies sagte Leiter Stefan Keßler der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Menschen würden so als reine Verfügungsmasse betrachtet, die man hin- und herschieben könne. Die Schicksale und Bedürfnisse der einzelnen Personen blieben völlig unberücksichtigt. „Das ist mit zentralen Werten, für die Europa steht oder zumindest stehen sollte, nicht vereinbar“, so Keßler.

Dobrindt hatte am Donnerstag angekündigt, zusammen mit anderen EU-Ländern sogenannte „Return Hubs“ außerhalb der EU zu errichten, um Abschiebungen zu beschleunigen. Eine entsprechende Vereinbarung soll noch in diesem Jahr getroffen werden. Laut Dobrindt wollen sich auch Österreich, Dänemark, die Niederlande und Griechenland beteiligen.

Keßler betonte, es stellten sich zahlreiche rechtliche Fragen - etwa, wer die Verantwortung für konkrete Abschiebe-Entscheidungen übernehme. Auch müsse geklärt werden, ob Betroffene sich gerichtlich gegen eine solche Entscheidung wehren könnten.

(kna – pr)

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24. Januar 2026, 11:17