D: Bedauern über Bätzings Rückzug
Bätzing habe als Vorsitzender für die katholische Kirche in Deutschland in sechs Jahren viel geleistet. „Dem ZdK war er ein kollegiales, wahrhaftiges und hochengagiertes Gegenüber“, so Stetter-Karp.
Gute Zusammenarbeit
Den Limburger Bischof zeichne eine integre, herzliche Persönlichkeit aus, meinte die Präsidentin des höchsten katholischen Laiengremiums in Deutschland. „Insbesondere auf dem Synodalen Weg war Georg Bätzing ein mit Augenmaß agierender, zugleich zukunftsorientiert vorangehender Vorsitzender, mit dem ich im Co-Vorsitz der Synodalversammlungen und im Synodalen Ausschuss sehr gern zusammengearbeitet habe“, sagte Stetter-Karp mit Blick auf den Reformprozess in der katholischen Kirche in Deutschland. Sie hoffe zugleich, dass sein Nachfolger in ähnlicher Weise zukunftsorientiert sein werde.
Laienverbände würdigen Bätzings Einsatz
Die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ zeigte sich enttäuscht über den angekündigten Rückzug. Dieser sei ein „herber Rückschlag für alle anstehenden Reformen in der katholischen Kirche in Deutschland", wird Christian Weisner in der Augsburger Allgemeinen Zeitung zitiert.
Auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) bedauerte die Entscheidung Bätzings. „Wir danken ihm für seinen engagierten Einsatz, vor allem im Synodalen Weg", so die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes, Ulrike Göken-Huismann, die selbst Synodalin ist: In „einer Zeit tiefgreifender Krisen und großer Herausforderungen", die nicht nur die Katholische Kirche beträfen, habe er den „Synodalen Weg maßgeblich geprägt und mit großer persönlicher Verantwortung begleitet", so die Frauenvertreterin. Dabei habe er sich gegen „erheblichen Gegenwind" gestemmt, der „teils aus den eigenen Reihen wie auch aus Rom" gekommen sei.
Große Erwartungen
Von Bätzings Nachfolger erwarte man sich eine konsequente Weiterführung des Synodalen Prozesses, so die Vertreterin des Frauenverbandes, der sich eigener Aussage nach für die Zulassung von Frauen „zu allen Diensten und Ämtern" einsetzt.
Bischof Georg Bätzing hatte sich mehrfach dafür ausgesprochen, es zu ermöglichen, dass Frauen die Diakoninnenweihe gespendt werden könne - beim Amt des Diakons handelt es sich um eine Vorstufe zum Priesteramt. Um das Thema fachlich zu vertiefen, hatte Papst Franziskus eine eigene Kommission eingerichtet, die zwar die Möglichkeit einer Diakoninnenweihe verneint hatte, aber zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen war und weitere Beschäftigung mit der Frage empfohlen hatte.
Zur Frage nach der Zulassung von Frauen zu Weiheämtern zum Priesteramt hatte Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Ordinatio Sacerdotalis hingegen erklärt, dass die Kirche „keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben“.
Ökumenische Würdigung
Auch die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, bedauert Bätzings Verzicht auf eine erneute Kandidatur als Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz. „Die Entscheidung von Bischof Bätzing, nicht erneut zur Wiederwahl anzutreten, bedaure ich persönlich“, erklärte Fehrs am Dienstag. Zugleich würdigte die Hamburger Bischöfin die gemeinsame Arbeit: „Uns verbindet eine lange, vertrauensvolle Zusammenarbeit, in der wir gemeinsam an unterschiedlichen Orten Verantwortung getragen und wichtige Fragen von Kirche und Gesellschaft im guten ökumenischen Miteinander beraten haben. Für diese Zusammenarbeit bin ich sehr dankbar.“
In einem Schreiben an die deutschen Bischöfe hatte Georg Bätzing im Vorfeld der kommenden Frühjahrsvollversammlung, bei der turnusmäßig die Wahl zum neuen Vorsitzenden stattfindet, darüber informiert, dass er für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung stehen werde. Bereits seit mehreren Tagen mehrten sich die Anzeichen auf einen Rückzug Bätzings. Die nächste Vollversammlung der deutschen Bischöfe findet vom 23. bis 26. Februar in Würzburg statt.
(kna/aa - cs)
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