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Papst beim Angelusgebet Papst beim Angelusgebet  (AFP or licensors)

Frohe Weihnachten aus der Redaktion!

Die Redaktion von Radio Vatikan wünscht Ihnen frohe, gesegnete und friedensreiche Weihnachten. Auf der ganzen Welt feiern Christen am Heiligen Abend die Geburt unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus, der als Gottes urewiges Wort wahrhaft Mensch geworden ist.

In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember feiert „die ganze Kirche die hochheilige Nacht, in der Maria in unversehrter Jungfäulichkeit der Welt den Erlöser geboren hat“, so der Einschub für Weihnachten bis Neujahr im Hochgebet. Wir Christen beginnen die Feierlichkeiten in dieser Nacht mit der Feier der Christmette und feiern Weihnachten, die Geburt Jesu, bis zum Oktavtag am 1. Januar, dem Hochfest der Heiligen Gottesmutter Maria.

Gleich mehrere Feste auf einmal

In diese Zeit fallen mehrere kirchliche Feste. Neben der Geburt Jesu wird des biblischen Märtyrers Stephanus sowie der unschuldigen Kinder gedacht, die gemäß der Schrift von König Herodes umgebracht worden sind. Es ist eine Weihnachtszeit, die neben dem freudigen Ereignis der Geburt auch bereits mit der Dunkelheit des Lebens verbunden ist. Doch genau in diese Dunkelheit hat sich Gott entschieden zu kommen, wenn es beim Propheten Jesaja heißt: „Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf.“ (Jes 60,2)

Die Heilige Familie
Die Heilige Familie

Nicht nur heile Familie

Dieses Licht ist Christus, der in eine konkrete Familie mit Maria und Josef hineingeboren wurde. Deshalb feiert die Kirche in dieser Zeit auch das Fest der Heiligen Familie. Weihnachten ist ein Fest der Familie, und die Familie Jesu kann uns Orientierung bieten – nicht nur als heile, sondern auch als gebrochene Familie, wenn man an die Trennungsabsicht Josefs gegenüber Maria denkt (!). Dennoch wünscht die Redaktion Ihnen mit Ihren Familien und allen lieben Menschen, dass Sie Weihnachten im göttlichen Licht der Hoffnung feiern können, welche gerade in diesem Jahr durch das Jubiläumsjahr eine besondere Bedeutung erhalten hat.

Warum der 25. Dezember?

Dass Weihnachten am 25. Dezember gefeiert wird, kann auf zwei Theorien zurückgeführt werden. Die erste Theorie besagt, dass das Fest der Verkündigung des Herrn (25. März) zeitlich vor dem Weihnachtsfest begangen wurde und neun Monate später das Weihnachtsfest angesetzt wurde, da eine Schwangerschaft so lange dauert. Eine andere Theorie geht davon aus, dass im römischen Kult am 25. Dezember der allmächtige Sonnengott Sol Invictus (dt. unbesiegbarer Sonnengott) gefeiert wurde und die frühen Christen in ihrer Missionspraxis dieses Fest auf Christus umdeuteten, der der wahre Lichtbringer nach der alttestamentlichen Verheißung ist.

Weihnachtsbrezeln auf einem Markt in Bukarest (Rumänien)
Weihnachtsbrezeln auf einem Markt in Bukarest (Rumänien)   (ANSA)

Wirklich alle gleichzeitig?

Unabhängig von der Entstehungstheorie feiern Christen auf der ganzen Welt das Weihnachtsfest seit vielen Jahrhunderten am 25. Dezember. Im Laufe der Geschichte kam es jedoch durch Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 zu einer Kalenderreform. Der bisherige julianische Kalender wurde durch den neuen gregorianischen Kalender ersetzt, um ihn besser an das Sonnenjahr anzupassen. Diese Änderung betraf jedoch zunächst nur die katholische Kirche, weshalb orthodoxe Christen bis heute nach dem julianischen Kalender Weihnachten 13 Tage später, am 6. Januar, feiern. In jüngerer Zeit gibt es jedoch Bestrebungen, wieder näher zusammenzukommen. So hat zum Beispiel die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OCU) den 25. Dezember des gregorianischen Kalenders als Weihnachtstermin angenommen.

Die Menschwerdung in unterschiedlichen Kulturen

Die Inkarnation, also die Menschwerdung Gottes, kann in unterschiedlichen kulturellen Kontexten verschieden gedeutet werden. In der europäischen Perspektive offenbart sich im menschgewordenen Logos eine absolute philosophische Wahrheit, die neue Erkenntniswege im Denken und Handeln eröffnet. In der afrikanischen Perspektive wird Christus durch die Menschwerdung zum Urahnen, der sich in die eigene Ahnenreihe einreiht. In der lateinamerikanischen Perspektive wird Gott Mensch als Befreier, der selbst Anteil nimmt und hinausführt zur erlösenden Befreiung. Die Geburt des Sohnes Gottes ist ein Ereignis, welches unserer konkreten Ausgestaltung im gelebten Glauben bedarf.

Der Papst an Weihnachten

An Weihnachten hat der Bischof von Rom, Papst Leo XIV., traditionell viel zu tun. Der Papst feiert die Christmette (24. Dezember um 22 Uhr) und spendet am 25. Dezember den päpstlichen Segen für die Stadt Rom und den Erdkreis, der auf Latein „Urbi et Orbi“ heißt - üblicherweise nur an Ostern und am ersten Weihnachtstag. In diesem Jahr gab es jedoch durch die Wahl des neuen Papstes einen weiteren Urbi-et-Orbi-Segen. Zudem lässt es sich der Papst nicht nehmen, am Weihnachtsfest selbst das Hochamt am 25. Dezember (um 10 Uhr) in der Petersbasilika zu zelebrieren. Alle Gottesdienste können auf unserer Webseite verfolgt werden.

Weihnachtswünsche

Als Berichterstatter im Dienst des Vatikans stellen wir uns gewissermaßen in die Reihe der Boten Gottes, der Engel, und verkünden Ihnen die Weihnachtsbotschaft wie die Berichterstatter Gottes auf dem Feld: „Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“ (Lk 2,10-12)

(vatican news - bl)

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24. Dezember 2025, 12:37