Weihnachten in Österreich: Hoffnung in herausfordernden Zeiten
Inmitten einer Zeit, die viele Menschen als belastend empfinden, setzen die Spitzen der christlichen Kirchen in Österreich zum Weihnachtsfest ein deutliches Zeichen der Hoffnung. Der ernannte Wiener Erzbischof und aktuelle Apostolische Administrator, Josef Grünwidl, wandte sich in einer Videobotschaft an die Gläubigen und mahnte zur Aufmerksamkeit für jene, „die arm, auf der Flucht oder traurig sind“.
„Fürchtet euch nicht!“
Weihnachten gelinge dort, so Grünwidl, wo man aktiv Raum schaffe – nicht nur für die eigene Einkehr, sondern für Menschen, „die vielleicht auf uns warten, die uns brauchen“. Er räumte ein, dass die aktuelle Weltlage „herausfordernd und nicht einfach“ sei. Umso wichtiger sei jedoch der Zuspruch der Weihnachtsbotschaft: „Fürchtet euch nicht!“
Der Grund für diese Zuversicht liege im Kern des christlichen Glaubens. „Gott ist bei uns. Er lässt uns nicht im Stich“, betonte der Erzbischof. Er lud dazu ein, Angst und Hoffnungslosigkeit hinter sich zu lassen und das Herz für eine neue Dankbarkeit zu öffnen.
Ökumene auf Augenhöhe
Flankiert wurden diese versöhnlichen Töne durch die neue evangelisch-lutherische Bischöfin Cornelia Richter. In einem Interview mit der Austria Presseagentur (APA) hob sie die Qualität der Zusammenarbeit zwischen den Konfessionen in Österreich hervor. Richter bezeichnete den interreligiösen Dialog als beispielhaft und die ökumenische Arbeit als ein Miteinander „auf Augenhöhe“.
Ein besonderes Symbol dieser Verbundenheit war für Richter ihre eigene Amtseinführung, bei der ihr mit Josef Grünwidl und Ökumene-Bischof Manfred Scheuer zwei hochrangige katholische Vertreter den Segen erteilten – ein Zeichen der Partnerschaft, das sie nach eigenen Angaben aus ihrer Heimat Deutschland in dieser Form nicht kannte.
Kirche als zivilgesellschaftliche Stimme
Über die rein innerkirchlichen Themen hinaus forderte Bischöfin Richter an diesem Montag eine stärkere Einbeziehung der Religionsgemeinschaften in politische Prozesse. Es gehe dabei nicht um Parteipolitik, sondern um die Expertise bei zentralen Fragen wie Bildung, Gesundheit und dem sozialen Zusammenhalt. Richter berichtete von ersten positiven Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern, die sie in ihrem Kurs bestärkt hätten, die Perspektiven der Kirche und der Zivilgesellschaft offensiver in den öffentlichen Diskurs einzubringen.
(kap - mg)
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