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Prozession zu Ehren der Heiligen Maria von Afrika, der Schutzpatronin der Diözese Ceuta Prozession zu Ehren der Heiligen Maria von Afrika, der Schutzpatronin der Diözese Ceuta 

Ceuta: Kirche lädt zu Gebetsvigil für Frieden

Die katholische Kirche der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta ruft zu einer Gebetswache für den Frieden auf. Der Apostolische Administrator der Diözese Cadiz und Ceuta, Ramon Valdivia, hatte alle Pfarreien aufgerufen, am 14.8, dem Vorabend von Mariä Himmelfahrt, eine Gebetswache abzuhalten und damit dem Vorschlag von Papst Leo XIV. zu folgen. Hintergrund ist die jüngste Migrationskrise vor Ort.

Sebastián Sansón Ferrari – Vatikanstadt

Nachdem Anfang August zehntausende Menschen aus Marokko versuchten, die Grenze zu Europa in Ceuta zu erreichen, hat der apostolische Administrator der Diözese einen Brief an die Priester, Ordensleute und Gläubigen der Diözese gerichtet, in dem er auf die humanitäre und institutionelle Krise eingeht. Er zeigt einen kirchlichen Weg auf, der auf Gebet, Einheit und der Wiederherstellung des Vertrauens basiert. In dem Brief – der am Samstag, dem 8. August, auf der Website der Diözese veröffentlicht wurde – räumt Valdivia ein, dass er mehr als eine Woche gebraucht habe, um „über das Geschehene nachzudenken und dessen Tragweite zu begreifen“ sowie dessen Auswirkungen, die weit über das hinausgingen, was in den Medien gezeigt wurde.

Gebetswache in allen Pfarreien -  Situation gemeinsam bewältigen

Als kirchliche Antwort auf die Krise ruft Bischof Valdivia dazu auf, den Blick vor allem auf Gott zu richten, und fordert alle Pfarreien der Diözese auf, am Abend vor dem Hochfest Himmelfahrt eine Gebetswache für Frieden, Stabilität und Gerechtigkeit in Ceuta zu feiern und damit eine Anregung von Papst Leo XIV. umzusetzen. Die Gebetswache werde auch im Heiligtum „Unsere Liebe Frau von Afrika", der Schutzpatronin von Ceuta, stattfinden. Es gehe nicht nur darum, Schutz für die Stadt zu erbitten, sondern auch ein größeres Bewusstsein für die Notwendigkeit zu wecken, „den empfangenen Glauben reifen zu lassen“, und um die nötige Erleuchtung zu bitten, um die gegenwärtige Situation gemeinsam zu bewältigen.

„Gebetswache für Frieden, Stabilität und Gerechtigkeit“

Dank an Papst und die christliche Gemeinschaft

Der Bischof spricht zudem Papst Leo XIV. seinen Dank für die Worte aus, die dieser nach dem Angelusgebet am Sonntag, dem 2. August, gesprochen hatte, als der Papst versicherte, Ceuta „in seinem Herzen“ zu tragen. Valdivia dankt auch den Priestern, den Pfarreien, den Ordensleuten, den Freiwilligen der Casa San Antonio und der Caritas sowie der Bruderschaft der Schutzpatronin. Die Reaktion der christlichen Gemeinschaft, so betont er, sei „ein Beispiel für Einheit inmitten großer Spannungen“ gewesen. Deshalb ruft er die gesamte Diözese dazu auf, die christliche Gemeinschaft von Ceuta zu begleiten und zu unterstützen, damit sie ihr Glaubenszeugnis lebendig halten kann.

„Beispiel für Einheit inmitten großer Spannungen“

Humanitäre Katastrophe durch die Bevölkerung von Ceuta abgewendet

Der Apostolische Administrator beschreibt eine Situation, die von Leid, Angst und Unsicherheit geprägt ist, aber auch von der Gelassenheit der Bevölkerung von Ceuta, die seiner Einschätzung nach verhindert hat, dass die Spannungen in einen schwerwiegenderen Konflikt ausarteten. Der Bischof prangert die „humanitäre Katastrophe“ an, die seiner Einschätzung nach auch durch Korruption verursacht wurde. Einerseits verweist er auf die Lage der Jugendlichen ohne Zukunft, der Erwachsenen, die die Situation der Unregierbarkeit ausgenutzt hätten, um sich ihrer Verantwortung zu entziehen, und der Minderjährigen, die besonders schutzbedürftigen Bedingungen ausgesetzt waren; andererseits erinnert er an die Angst, die die Familien und Händler von Ceuta angesichts des starken Zustroms der Menschen empfanden: „Eine Mischung aus Emotionen, die zu einem schwerwiegenderen Konflikt hätte eskalieren können“, bemerkt er und betont jedoch, dass dies „dank der Gelassenheit der Bevölkerung von Ceuta“ nicht geschehen sei.

Hintergrund*

Bereits zuvor hatte sich die Caritas Ceuta tief besorgt angesichts der über 100 jüngsten Todesfälle unter den Migranten gezeigt und betont, niemand dürfe gezwungen sein, auf der Suche nach Hilfe oder einer besseren Zukunft sein Leben zu riskieren. Besonders Minderjährige und andere besonders schutzbedürftige Menschen müssten geschützt werden. Die kirchliche Hilfsorganisation warnte zudem vor einer politischen oder geopolitischen Instrumentalisierung der Migration.

Schon im April hatte die Diözese Cádiz und Ceuta mit ihrem Sekretariat für Migration in Tarifa eine Gebetswache für Migranten veranstaltet, die auf der Flucht ums Leben gekommen oder verschwunden sind. Christen und Muslime beteten damals gemeinsam; der Leiter der Migrationspastoral, Pater Sante Zanetti, rief zu einer „Kultur der Begegnung" zwischen Migranten und Aufnahmegesellschaft auf. Valdivia hatte im Mai das Aufnahmezentrum  „La Esperanza" für unbegleitete Minderjährige besucht.

(vatican news/ *kap - sst) 

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11. August 2026, 12:37