Simbabwe: Regierung bildet Spezialeinheit gegen illegalen Bergbau
Der Beschluss folgte auf die Präsentation eines Berichts Ende Juli in Bindura, einer Bergbaustadt in der nördlichen Provinz Mashonaland Central. Das Dokument dokumentiert schwere soziale und ökologische Folgeschäden im Distrikt. Dazu zählen die Zerstörung von Straßen und Eisenbahnlinien, Geländeschäden an öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Schulen und Wohngebieten sowie die Verschmutzung des Flusses Mazowe, der als Wasserquelle für die umliegenden Landwirtschaftsbetriebe dient.
Der Minister für Kommunalverwaltung und öffentliche Arbeiten, Daniel Garwe, der die Ergebnisse erläuterte, wies auf direkte Auswirkungen des illegalen Abbaus auf die Zivilbevölkerung hin. Dazu gehörten die Ausbreitung von Krankheiten wie Silikose (Quarzstaublunge), Tuberkulose und sexuell übertragbaren Infektionen sowie ein steigender Drogenkonsum. Informationsminister Zhemu Soda erklärte ergänzend, dass die Spezialeinheit behördenübergreifend zusammenarbeiten werde, um Bergbaulizenzen, Umweltauflagen und Gesundheitsbestimmungen konsequenter durchzusetzen und zu kontrollieren.
Verstärkte staatliche Aufsicht
Die verstärkte staatliche Aufsicht über den Rohstoffsektor ist Teil des Entwicklungsprogramms „Vision 2030“. Das 2017 gestartete Projekt zielt darauf ab, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern und Simbabwe durch die Nutzung seiner Mineralressourcen in ein Land mit mittlerem bis hohem Einkommen zu verwandeln. Neben dem Rohstoffabbau strebt die Regierung eine Weiterverarbeitung und Raffination im eigenen Land an, wofür ausländische Investitionen gewonnen werden sollen.
Der Einsatz internationaler Großunternehmen birgt jedoch Konfliktpotenzial für die heimische Wirtschaft. Nach Analysen des Sendernetzwerks Al-Jazeera können insbesondere Kleinbergbauern, die vor allem im Lithiumabbau tätig sind, durch den Wettbewerb mit Großinvestoren beeinträchtigt werden, da es ihnen an Infrastruktur und finanzieller Unterstützung fehlt.
Zusätzlich steht die Bergbauindustrie vor enormen ökologischen Herausforderungen. Im Juni räumte die Regierung ein, dass landesweit 17 Flüsse durch Bergbauaktivitäten kontaminiert und deren Ökosysteme beschädigt wurden. Die Nichtregierungsorganisation Center for Natural Resource Governance (CNRG) forderte die Regierung auf, transparente Maßnahmen zur Sanierung der betroffenen Gewässer zu ergreifen und gleichzeitig zu verhindern, dass Sanierungsprojekte als Vorwand für weitere Rohstoffausbeutung genutzt werden.
(fides - mg)
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