Nigeria: Regierung bemüht sich nach Debatte um Deeskalation
Mit dieser Stellungnahme reagierte das Präsidialamt auf Auseinandersetzungen, die auf Äußerungen von Kardinal John Olorunfemi Onaiyekan folgten. Der emeritierte Erzbischof von Abuja hatte Ende Juli im Rahmen einer Delegation der nigerianischen Bischofskonferenz an einem Treffen mit Präsident Bola Tinubu teilgenommen.
In einem anschließenden Fernsehinterview am 31. Juli führte der Kardinal aus, dass der Präsident die von den Bischöfen dargestellte Lage der sozialen und wirtschaftlichen Situation im Land nicht geteilt habe.
Der Stab des Staatsoberhauptes vermittle dem Präsidenten kein zutreffendes Bild der Lebensrealität der Bevölkerung. Was die Bischöfe berichtet hätten, habe sich von den Aussagen unterschieden, die der Präsident sonst von seinem Umfeld erhalte, so der Kardinal.
Verletzung der Vertraulichkeit
Zwei Berater des Präsidenten wiesen die Äußerungen zurück. Sie bezeichneten die Kommentare als unpassend und sprachen von einer Verletzung der Vertraulichkeit, die bei hochrangigen Treffen zu wahren sei. Ein Berater erklärte zudem, die katholische Kirche habe bei den Föderalwahlen 2023 den Präsidentschaftskandidaten der Labour Party, Peter Obi, unterstützt, weshalb die Wortmeldung in diesem politischen Kontext zu sehen sei.
Der katholische Laienrat Nigerias wies den Vorwurf des Vertrauensbruchs am 3. August zurück. Kardinal Onaiyekan nehme die Aufgabe der Kirche wahr, als moralisches Sprachrohr gegenüber den Amtsträgern aufzutreten. Angelegenheiten, die das Leben und die Zukunft von über 200 Millionen Nigerianern beträfen, könnten nicht dauerhaft hinter verschlossenen Türen verhandelt werden, insbesondere wenn sie Themen wie Wirtschaft, Sicherheit und Justiz berührten.
Auch innerhalb der Regierungspartei All Progressives Congress gab es Wortmeldungen zu dem Konflikt. Senator Orji Kalu erklärte, er würde die Partei verlassen, sollte der Präsident der katholischen Kirche gegenüber den Respekt vermissen lassen. Er sehe ein solches Verhalten bei Tinubu jedoch nicht gegeben und betonte, dass Äußerungen von Mitarbeitern nicht mit der persönlichen Haltung des Präsidenten gleichzusetzen seien.
(fides - mg)
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