Kirche in Not: Religionsfreiheit in Mexiko stärker schützen
Sie riefen dazu auf, die Religionsfreiheit in Mexiko stärker zu schützen. Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) hat sich diesen Appell zu eigen gemacht.
Das nach dem damaligen mexikanischen Präsidenten Plutarco Elías Calles benannte Gesetz war am 31. Juli 1926 in Kraft getreten. Es schränkte die Tätigkeit von Priestern und Ordensgemeinschaften stark ein und stellte Verstöße gegen die staatlichen Vorgaben unter Strafe; als sich Milizen und Landbewohner gegen Bestimmungen und den Regierungskurs zur Wehr setzten, entbrannte der blutige Cristero-Krieg (1926–1929).
Weil eine freie Ausübung des priesterlichen Dienstes nicht mehr möglich gewesen sei, seien öffentliche Gottesdienste zunächst ausgesetzt worden, erinnerten die Bischöfe in ihrer Erklärung (https://cem.org.mx/a-cien-anos-de-aquel-1926-el-conflicto-religioso-en-mexicomemoria-de-nuestros-martires-libertad-religiosa-y-construccion-de-la-paz/): „Am Morgen des 1. August 1926 erwachte Mexiko ohne öffentliche Messfeiern: Die Kirchen blieben geöffnet und still, bewacht von den Gläubigen selbst. So begann eines der schmerzlichsten Kapitel unserer Geschichte.“
Die Erklärung erinnerte an die zahlreichen Märtyrer jener Zeit. Deren Zeugnis habe Mexiko „zu einem sehr hohen Preis“ gelehrt, „dass Religionsfreiheit kein Privileg ist, sondern ein Recht jedes Menschen und dass ihre Verweigerung letztlich immer Blut kostet“.
„Klima des Misstrauens“ und Übergriffe durch kriminelle Gruppen
Trotz gesetzlicher Reformen und positiver Entwicklungen sei die Religionsfreiheit in Mexiko bis heute nicht vollständig gewährleistet, erklärten die Bischöfe. Sie kritisierten unter anderem Einschränkungen religiöser Betätigung außerhalb von Gotteshäusern, Beschränkungen für religiöse Vereinigungen beim Zugang zu Radio- und Fernsehlizenzen sowie Probleme bei der freien Wahl der religiösen Erziehung von Kindern. Auch im politischen Raum bestehe weiterhin ein Klima des Misstrauens, das es Gläubigen erschwere, ihre Überzeugungen öffentlich zu vertreten und zu leben.
Noch schwerer wiegt nach Ansicht der Bischöfe jedoch die Gewalt der organisierten Kriminalität. In Teilen des Landes hätten kriminelle Gruppen faktisch die Kontrolle übernommen. Sie entführten und erpressten Menschen, begingen Morde und versuchten, insbesondere junge Menschen für ihre Zwecke zu gewinnen. Diese Gewalt beeinträchtige auch die freie Ausübung des Glaubens.
Die Bischöfe erinnerten an Priester, die in den vergangenen Jahren während ihres Dienstes ermordet wurden. Dazu zählen die Jesuiten Javier Campos Morales und Joaquín César Mora Salazar, die am 20. Juni 2022 in Cerocahui im Bundesstaat Chihuahua im Nordwesten Mexikos getötet wurden, als sie einem verfolgten Mann in ihrer Kirche Schutz gewähren wollten. Auch Pater Marcelo Pérez, der sich im Bundesstaat Chiapas für Frieden und die Rechte indigener Gemeinschaften eingesetzt hatte, wurde am 20. Oktober 2024 im südmexikanischen San Cristóbal de Las Casas nach der Feier der Sonntagsmesse erschossen.
Mexiko nach wie vor eines der gefährlichsten Länder für Geistliche
Auf die anhaltende Gewalt gegen Kirchenvertreter weist auch der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von „Kirche in Not“ hin. Demnach hat die religiöse Diskriminierung in Mexiko infolge der organisierten Kriminalität zugenommen. „Priester wurden ermordet, weil sie sich gegen Gewalt ausgesprochen oder sich geweigert hatten, mit bewaffneten Gruppen zusammenzuarbeiten“, heißt es in dem Bericht.
So wurden von Dezember 2018 bis September 2024 insgesamt zehn Priester getötet, zehn weitere wurden Opfer von Gewalt. Im selben Zeitraum wurden fast 900 Fälle von Erpressung, Entführung, Raub oder Einschüchterung gegen Angehörige der katholischen Kirche registriert. Pro Woche seien im Durchschnitt 26 Angriffe oder Schändungen von Gotteshäusern verzeichnet worden – in einem Land, in dem über 95 Prozent der Einwohner Christen sind.
Besonders gefährdet sind Geistliche in Regionen, in denen der Staat kaum noch präsent ist und kriminelle Gruppen große Macht besitzen. Dort würden religiöse Verantwortungsträger gegen die Gewalt Stellung beziehen und vielfach die Rolle von Beschützern ihrer Gemeinden übernehmen, stellt der Bericht von „Kirche in Not“ fest.
(pm kirche in not - cs)
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