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Spanien nach den Waldbränden: „Wo ist Gott?“

„Technisch“ ist der verheerende Waldbrand in Südspanien seit Montagabend unter Kontrolle; von den dreizehn Todesopfern konnten bisher neun identifiziert werden.

Doch der Schock über den Brand, der seit Donnerstag, dem 9. Juli, die Ortschaften Bédar und Los Gallardos in Andalusien heimgesucht hat, sitzt tief. Rund 7.000 Hektar Land wurden verwüstet. „Es war eine große Katastrophe, weil sich das Feuer durch den Wind rasend schnell ausgebreitet hat – durch Schluchten und schwer zugängliche Gebiete, in denen viele Wohnhäuser isoliert lagen und nur über schmale Wege erreichbar waren“, sagte der Bischof von Almería, Antonio Gómez Cantero, im Interview mit Radio Vatikan.

„Das ist eine Gegend mit ehemaligen Bauernhöfen und Stallungen, die von Menschen aus anderen europäischen Ländern renoviert worden sind – Engländern, Franzosen und Belgiern. Sie haben sich in dieser abgelegenen Region niedergelassen, die nur schwer erreichbar ist, oder verbringen dort zumindest einen Teil des Jahres.“ Tatsächlich sind bis auf ein Opfer alle bislang identifizierten Todesopfer Ausländer. Aufgrund der schweren Verbrennungen ist ihre Identifizierung nur mithilfe von DNA-Tests möglich.

Nach dem Brand: Radio-Vatikan-Gespräch mit dem Bischof von Almeria (Andalusien)

Spontane Hilfsbereitschaft


Ersten Informationen zufolge könnte der Brand durch den Einsturz eines Hochspannungsmasts ausgelöst worden sein. Begünstigt wurde die Ausbreitung des Feuers durch hohe Temperaturen und starke Windböen. „Die Bürgermeister sind von Haus zu Haus gegangen und haben den Menschen mancherorts geraten, das Gebiet zu verlassen, während sie andernorts aufgefordert wurden, in ihren Häusern zu bleiben – je nachdem, ob ein Fluchtweg vorhanden war oder nicht. Wegen dieser unterschiedlichen Lage war es auch nicht möglich, allgemeine Warnmeldungen über die üblichen Warnsysteme herauszugeben.“

Nach Angaben des Bischofs begannen die Pfarreien und die Caritas unmittelbar damit, die Versorgung der Evakuierten zu organisieren. „Ein Teil der Betroffenen wurde in eigens eingerichteten Unterkünften in Garrucha und Vera untergebracht. Zahlreiche Anwohner nahmen Evakuierte aber auch in ihren eigenen Wohnungen auf. Insgesamt gab es eine große Solidarität: Freiwillige und Anwohner versorgten die Einsatzkräfte während der Löscharbeiten mit Lebensmitteln und Getränken. Alle engagierten sich angesichts dieses schweren Unglücks.“

„Gott ist mit euch und erleidet dies am Kreuz“


Der Bischof räumt ein, dass ihn die Nachricht von der Katastrophe zunächst tief erschüttert habe. „Ich habe die Priester angerufen und gefragt, ob ich in das betroffene Gebiet kommen sollte. Sie antworteten: ‚Nein, kommen Sie nicht, denn viele Straßen sind gesperrt, und die Brände nähern sich sogar einigen Hauptverkehrsstraßen.‘ Die Priester waren vor Ort, um den Menschen beizustehen, insbesondere den älteren. Zum Fest der Virgen del Carmen werde ich nach Los Gallardos fahren, um bei den Menschen zu sein und gemeinsam mit ihnen darüber nachzudenken, wo Gott in dieser Situation ist. Auch ich selbst stelle mir viele Fragen.“

Viele Priester würden derzeit mit der Frage konfrontiert: „Wo war Gott?“ Einer von ihnen habe darauf geantwortet: „Gott ist mit euch und leidet mit euch am Kreuz.“

„Es ist jetzt nicht an der Zeit, nach Schuldigen zu suchen“


 

„Wir haben keine andere Erklärung. Der Herr leidet mit uns. Jetzt ist nicht die Zeit, nach Schuldigen zu suchen. Jetzt ist die Zeit, gemeinsam Verantwortung für die leidenden Menschen zu übernehmen und nach vorne zu blicken. Die Pfarreien haben sich jedenfalls sehr bewährt: Sie haben eine außergewöhnliche Hilfsbereitschaft gebündelt, Evakuierte aufgenommen, sie begleitet und sich um ihre dringendsten Bedürfnisse gekümmert. Diese gelebte Solidarität macht Hoffnung. In solchen Momenten sind wir die Hände, die Füße, die Augen, der Mund und die Ohren Gottes, denn unser Glaube bewegt uns dazu, Gott durch unser Handeln zu den Menschen zu bringen.

Mit Bischof Gómez Cantero sprach Sebastián Sansón Ferrari vom spanischen Dienst von Radio Vatikan.

(vatican news - sk)

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14. Juli 2026, 10:55