Südafrika: Aufruf zu Mitgefühl mit Migranten
In einem Interview erklärte Erzbischof Henryk Mieczysław Jagodziński in Johannesburg, Migration sei ein komplexes Thema, das die Achtung der Würde jedes Menschen erfordere. Gesetze zum Schutz der Würde des Menschen gälten nicht nur für Südafrikaner, sondern auch für Einwanderer. Der Nuntius warnte vor der Unterdrückung von Nichtstaatsangehörigen: „In jedem demokratischen Land sollte die Macht des Rechts – und nicht das Recht der Macht – die Entscheidungen leiten.“
Über Migranten wird in Südafrika derzeit eine hitzige politische Debatte geführt. Eine populistische Bewegung, die Protestmärsche organisiert, hat Migranten zum Verlassen des Landes aufgefordert und ihnen ein Ultimatum gestellt, das mittlerweile abgelaufen ist.
Die Menschen dürfen das Recht nicht in die eigene Hand nehmen
Erzbischof Jagodziński hält dem in dem Interview entgegen, dass die Angelegenheit nur von den Behörden und nicht vom Volk geregelt werden könne. „Jeder hat das Recht, seine Gefühle und Meinungen zu äußern, aber es ist Aufgabe des Staates, rechtliche und konkrete Entscheidungen zu treffen“, sagte er.
Der Nuntius weist darauf hin, dass es viele Gründe gebe, warum Menschen auswanderten; jeder Migrant habe „eine andere Geschichte“. Man dürfe Migranten nicht diskriminieren, sondern solle ihnen mit Barmherzigkeit und Verständnis entgegenkommen.
(aciafrica – sk)
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