Sambia: Bischöfe mit Friedensappell vor den Wahlen
Paul Samasumo - Vatikanstadt
Zur Parlamentswahl am 13. August wurden von der Wahlkommission Sambias zwölf Kandidaten, darunter der amtierende Präsident Hakainde Hilchilema, bestätigt. Seit seiner Unabhängigkeit 1964 hat das Land, als eines von wenigen afrikanischen Ländern keinen Bürgerkrieg erlebt. Zwischen den politschen Parteien erfolgten stattdessen verschiedene friedvolle Machtwechsel. Daran erinnerten die Bischöfe in ihrer pastoralen Erklärung: „Sambia hat seine Identität seit der Unabhängigkeit auf dem Frieden aufgebaut. Wir als Volk sind gesegnet, dass wir von Bürgerkriegen und dem massiven Blutvergießen verschont geblieben sind, dass so viele unserer Nachbarländer gezeichnet hat. Dieser Frieden ist kein Zufall; er wurde Generation für Generation von gewöhnlichen Sambiern aufgebaut, die den Dialog der Konfrontation vorzogen, und er bleibt auch heute noch so fragil, dass er verloren gehen könnte.“
Zweideutigkeit kann Menschenleben kosten
Auf den gegenseitigen Respekt und Solidarität unter den Bürgern hinweisend, verletze nach den Bischöfen jeder Akt politscher Gewalt die Würde des Menschen, schade dem Gemeinwohl und untergrabe das Vertrauen, auf dem eine demokratische Gesellschaft beruhe. Dementsprechend rufen die Bischöfe Sambias ausdrücklich zu einem gewaltfreien Wahlkampf auf: „Wir möchten in der Frage der Gewalt unmissverständlich sein, denn Zweideutigkeit kann Menschenleben kosten. Kein politisches Amt, kein Wahlsieg und kein Anliegen – politischer oder anderer Art – kann jemals Aggression, Einschüchterung oder Blutvergießen rechtfertigen. Vergeltung als Reaktion auf Gewalt darf niemals eine Option sein. Politische Gewalt – ob im Affekt begangen oder im Voraus geplant – darf unter keinen Umständen, von niemandem und auf keiner Seite toleriert werden.“
Gleichzeitig richtet sich die Erklärung an diejenigen, die Gewalt finanzieren, als auch an politische Trolle in den sozialen Medien. Lediglich um Streit zu provozieren und um Hass zu schüren würden diese aufhetzende Geschichten veröffentlichen: „Dieser Aufruf richtet sich nicht nur an diejenigen, die den Stein werfen oder zuschlagen. Wir appellieren auch an diejenigen, die aus der Distanz zu Gewalt anstiften, sie finanzieren oder entschuldigen … an alle, die soziale Medien nutzen, um Hass, erfundene Behauptungen oder Aufnahmen zu verbreiten, die eher provozieren als informieren sollen“. Schweigen beziehungsweise eine stillschweigende Billigung von Gewalt der eigenen Anhänger sei bereits selbst eine Form der Unterstützung dieser Gewalt, so die Bischöfe. Daher richten sie die Bitte an „jeden Führer jeder politischen Partei, dies den eigenen Reihen unmissverständlich zu sagen, bevor ein solches Verhalten als bloße Rhetorik abgetan wird“.
Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens
Die Erklärung, welche von den im aktiven Dienst stehenden Bischöfen Sambias unterzeichnet wurde, richtet ebenso einen Appell an die Jugend Sambias, indem sie diese auffordert, nicht Werkzeug der Gewalt zu werden. In diesem Kontext schließt die Erklärung mit dem berühmten Gebet des heiligen Franziskus: „Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens…“
Aufruf zu friedlichen, freien, fairen und glaubwürdigen Wahlen
Hakainde Hichilema, Präsident der Republik Sambia, befürwortete an diesem Donnerstag die pastorale Erklärung, insbesondere die eindeutige Ablehnung und Verurteilung politischer Gewalt, Einschüchterung und Hass. Der Kommunikationschef des Präsidenten, Clayson Hamasaka berichtete in einer Presseerklärung, die Erklärung der Bischöfe stehe vollständig im Einklang mit dem Aufruf des Staatsoberhaupts zu friedlichen, freien, fairen und glaubwürdigen Wahlen.
„Der Präsident stimmt zu, dass Sambia niemals zu den dunklen Tagen politischer Gewalt, des Kaderwesens und der Angst zurückkehren darf. Die Regierung bleibt fest entschlossen, den Frieden zu schützen und sicherzustellen, dass jeder wahlberechtigter Sambier frei Wahlkampf führen und ohne Einschüchterung wählen kann. Das Staatsoberhaupt ist zuversichtlich, dass die bevorstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen frei, fair, transparent und glaubwürdig durchgeführt werden“. Infolgedessen würde der Präsident alle politischen Parteien, Kandidaten und deren Unterstützer dazu aufrufen, „Gewalt in jeder Form abzulehnen, die Rechtsstaatlichkeit zu achten und einander während des gesamten Wahlprozesses mit Würde und Respekt zu begegnen“.
(vatican news – sc)
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