Suche

Schulkinder in Peshawar Schulkinder in Peshawar  (ANSA)

Pakistan: Jahr der Kinder

Die Katholiken im Norden Pakistans begehen ein „Jahr der Kinder“.

Bei Treffen, Feierlichkeiten, Kundgebungen und Gebeten sollen der Schutz und die Förderung von Kindern im Mittelpunkt stehen – in einem Kontext, in dem Kinder oft ausgebeutet und missbraucht werden. Das erklärte Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad im Gespräch mit dem vatikanischen Nachrichtendienst Fides.

Arshad äußerte „tiefe Besorgnis über die steigende Zahl von Kindesmissbrauchsfällen in der Gesellschaft“. Das Phänomen sei in Pakistan „weit verbreitet“, sagte er unter Berufung auf den Bericht einer pakistanischen NGO. Durchschnittlich würden im Land täglich mehr als neun Kinder sexuell missbraucht. Mädchen stellten 53 Prozent der Opfer, wobei Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren am stärksten gefährdet seien.

„Ein Verbrechen, das das Gewissen der gesamten Nation verletzt“


Erzbischof Arshad verurteilte Kindesmissbrauch aufs Schärfste: „Als katholische Glaubensgemeinschaft drücken wir tiefe Trauer, Bestürzung und Besorgnis aus und nehmen die wachsende Angst unter Eltern, Kindern und der gesamten Gemeinde zur Kenntnis.“ Er erinnerte an den tragischen Fall der siebenjährigen Muntaha Zahra. Das Mädchen aus einer muslimischen Familie wurde im vergangenen Juni entführt und nach grausamer Misshandlung und Folter getötet – ein Fall, der die Gesellschaft zutiefst erschüttert hat. Arshad erklärte, dass „solche Brutalität gegen ein unschuldiges Kind ein Verbrechen ist, das das Gewissen der gesamten Nation verletzt“.

„Verbrechen gegen Kinder zählen zu den beschämendsten und unerträglichsten Verletzungen der Menschenwürde. Keine Gesellschaft kann sich gerecht, friedlich oder zivilisiert nennen, solange ihre Kinder in Angst, Schrecken und Unsicherheit leben“, so der Erzbischof. Er forderte die pakistanische Regierung, die Strafverfolgungsbehörden, die Kinderschutzämter und alle relevanten Institutionen nachdrücklich auf, „unverzüglich, konsequent, transparent und beispielhaft gegen die Täter solcher Verbrechen vorzugehen“. Die Verantwortlichen für Kindesmissbrauch müssten unverzüglich vor Gericht gestellt werden; Schweigen, Nachlässigkeit oder die Nichtdurchsetzung des Gesetzes dürften nicht toleriert werden.

(fides – sk)
 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

09. Juli 2026, 10:33