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Archivfoto Archivfoto  (AFP or licensors)

Myanmar: Krieg hat Leben der Kirche radikal verändert

Fast die gesamte katholische Bevölkerung des Bistums Mindant ist vor dem Bürgerkrieg in die Dörfer geflohen.

„Im Namen Gottes rufen wir zur Versöhnung auf. Wir fordern, dass dieser Krieg, der dem Volk Leid zufügt, beendet wird. Wenn es gelänge, einen Dialog auf der Grundlage von Gleichheit und Gerechtigkeit aufzubauen, würde sich ein Lichtschimmer zeigen.“  Diesen Friedensappell richtet Bischof Augustine Thang Zawm Hung von Mindat an die Konfliktparteien. 

Mindant stellt einen der wichtigsten Knotenpunkte im Bundesstaat Chin dar. Die Region gehörte nach dem Militärputsch 2021 zu den ersten Gebieten Myanmars, in der der Militärjunta bewaffneter Widerstand entgegentrat. Nach Angaben der Vereinten Nationen sollen über 70 Prozent der Bevölkerung im Bundesstaat Chin vertrieben worden sein oder jedenfalls humanitäre Hilfe benötigen.

„Wir können nicht mehr in den Städten bleiben"

„Bereits im Juli 2024 mussten wir das Seelsorgezentrum verlassen“, erinnert sich der Bischof. „Heute ist fast die gesamte katholische Gemeinde in die Dörfer gezogen. Auch ich lebe in einer ländlichen Pfarrei. Wir können nicht mehr in der Stadt bleiben.“ Während viele Dörfer weiterhin sichere Zuflucht bieten, kann es in den größeren Städten zu Bombardements kommen. Da die Pfarreien sich in der Regel in den Dörfern befinden, können weiterhin Sakramente gespendet und die Eucharistie gefeiert werden. Weiter berichtet Thang Zawm Hung, dass besser situierte Familien in sichere Diözesen flohen, die Priester jedoch vor Ort geblieben seien. 

Um die weitverstreuten Gemeinden zu erreichen, muss der Bischof lange Strecken durch die Berge zurücklegen. Die bloße Präsenz der Kirche vor Ort sei für ihn eine konkrete Form des Zeugnisses. „Wir können und wollen nicht kämpfen“, bekräftigt er. „Was wir tun können, ist, präsent zu sein, die Gemeinden zu besuchen, die Menschen in den kleinen Dörfern zu erreichen und sie im Glauben zu bestärken. Unsere Nähe ist bereits eine Botschaft der Liebe und der Solidarität.“ Der Bischof sieht es als seine Verantwortung, sich um „das Volk zu kümmern“, das Jesus ihm anvertraut habe.

Diözese wurde 2025 von Papst Franziskus gegründet

Der Bundesstaat Chin liegt im Westen von Myanmar, an der Grenze zu Indien und Bangladesch. Die Diözese wurde erst 2025 von Papst Franziskus gegründet.

(fides – sc)

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16. Juli 2026, 14:45