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Cabo Delgado: Die Not in der nördlichsten Provinz Mosambiks ist groß Cabo Delgado: Die Not in der nördlichsten Provinz Mosambiks ist groß 

Mosambik: Fast 900.000 Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen

Die humanitäre Lage in der nördlichsten Provinz des Landes, Cabo Delgado, spitzt sich weiter zu. Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen warnen vor einer anhaltenden Versorgungskrise, die durch Gewalt, Vertreibung und chronischen Geldmangel verschärft wird.

Nach Angaben der deutschen Auslandshilfe der Johanniter sind landesweit rund 1,1 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – etwa 919.000 davon leben in Cabo Delgado.

Internationale Hilfe erreicht nur die Hälfte der Betroffenen

Nach Einschätzung der Organisation erreicht die internationale Hilfe derzeit nur etwa die Hälfte der Betroffenen. Besonders dringend werden medizinische Versorgung, Lebensmittelhilfe, Bildungsangebote sowie Schutzmaßnahmen für gefährdete Bevölkerungsgruppen benötigt.

Um den wachsenden Bedarf zu decken, hat die deutsche Auslandshilfe der Johanniter ein auf zwölf Monate angelegtes Hilfsprogramm gestartet. „Angesichts des anhaltenden Konflikts setzt sich unser Konsortium dafür ein, Gesundheitsversorgung, Ernährungshilfe, Schutzmaßnahmen, Bildung und Unterstützung für die besonders gefährdeten Menschen wiederherzustellen“, erklärte Morris Kolubah, Landesdirektor der Organisation in Mosambik.

Seit Jahresbeginn wurden insgesamt über 26.000 Menschen vertrieben – rund 80 Prozent davon Frauen und Kinder

Die Warnung der Hilfsorganisation folgt unmittelbar auf einen neuen Bericht des Amts der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA). Demnach mussten allein im Juni mehr als 12.000 Menschen wegen anhaltender Gewalt ihre Heimat verlassen. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt über 26.000 Menschen vertrieben – rund 80 Prozent davon Frauen und Kinder.

Obwohl die Zahl der Vertriebenen im Juni deutlich über den bisherigen Monatswerten des Jahres 2026 liegt, bleibt sie nach Angaben von OCHA noch unter dem Niveau des Vorjahres. Die meisten Vertriebenen suchen innerhalb der Provinz Cabo Delgado oder in benachbarten Distrikten Schutz. Dadurch wächst jedoch der Druck auf die ohnehin knappen Ressourcen. Neben den Folgen des bewaffneten Konflikts erschweren auch die Auswirkungen des Klimawandels die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser, Nahrung und anderen lebenswichtigen Gütern.

Erhebliche Finanzierungslücken

Sowohl die deutsche Auslandshilfe der Johanniter als auch OCHA weisen zudem auf erhebliche Finanzierungslücken hin. Für den Ende 2025 veröffentlichten Humanitären Reaktionsplan der Vereinten Nationen für Mosambik werden insgesamt 348 Millionen US-Dollar benötigt, um die verschiedenen Krisen im Land zu bewältigen. Nach sechs Monaten waren jedoch lediglich 116 Millionen US-Dollar eingegangen – also nur rund 34 Prozent des benötigten Betrags.

Sicherheitskrise in Cabo Delgado bereits seit 2017 

Die Sicherheitskrise in Cabo Delgado dauert bereits seit 2017 an. Auslöser war ein erster Angriff der bewaffneten Gruppe Al-Shabaab auf die Küstenstadt Mocímboa da Praia. Die Gruppierung, die seit 2019 dem sogenannten „Islamischen Staat“ zugerechnet wird, verbindet ihre dschihadistische Ideologie mit einer Propaganda gegen die Ausbeutung der reichen Erdgasvorkommen in der Region.

Die anhaltende Unsicherheit hat auch erhebliche wirtschaftliche Folgen. So hatte der französische Energiekonzern „TotalEnergies“ seine milliardenschweren Offshore-Gasprojekte vor der Küste der Stadt Palma aufgrund der Sicherheitslage für mehrere Jahre ausgesetzt. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Arbeiten nun bis Ende 2026 schrittweise wieder aufgenommen werden.

Die Entwicklung in Cabo Delgado macht deutlich, dass sich der Konflikt längst zu einer langwierigen humanitären Krise entwickelt hat. Ohne zusätzliche internationale Unterstützung droht sich die Situation für Hunderttausende Menschen weiter zu verschlechtern.

(fides – skr)

 

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19. Juli 2026, 16:41