Ohne Strom in den Straßen von Havanna Ohne Strom in den Straßen von Havanna  (REUTERS)

Kuba: Kirche an der Seite eines leidenden Volkes

Die neuen US-Sanktionen gegen Kuba treffen eine Bevölkerung, die bereits unter einer der schwersten Wirtschafts- und Sozialkrisen der vergangenen Jahrzehnte leidet. Das berichtet der vatikanische Fidesdienst. Die katholische Kirche steht an der Seite der Bedürftigen.



Am 13. Juli kündigte das US-Außenministerium neue Beschränkungen gegen insgesamt zehn staatliche kubanische Stellen an, darunter jene für Tourismus, Außenhandel, Treibstoffversorgung und Dienstleistungen. Am stärksten treffen die amerikanischen Embargo-Maßnahmen den Tourismus, einen der wichtigsten Wirtschaftszweige der Insel. Sie kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das kubanische Energiesystem aufgrund akuten Treibstoffmangels und anhaltender Stromausfälle ohnehin stark belastet ist, so Fides.

Die Auswirkungen seien im Alltag deutlich spürbar: Der Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten werde immer schwieriger, die soziale Unsicherheit nehme zu. Armen Familien fall es täglich schwerer, Lebensmittel zu kühlen, an Wasser zu gelangen und den Alltag zu bewältigen.

Bischöfe wollen an einer Lösung der Feindseligkeiten mitwirken

Seit Monaten weisen führende Vertreter der katholischen Kirche auf die Schwere der Krise hin. Anfang des Jahres riefen die kubanischen Bischöfe dazu auf, „Wege des Dialogs, der gemeinsamen Verantwortung und Lösungen zu suchen, die uns neue Hoffnung geben“. Zugleich erklärten sie ihre Bereitschaft, auf Anfrage dazu beizutragen, „die Feindseligkeiten zwischen den Parteien abzubauen und Raum für eine fruchtbare Zusammenarbeit zum Wohl aller zu schaffen“.

Vor diesem Hintergrund setzt auch Caritas Cuba ihre konkrete Hilfe fort. Dionisio Guillermo García Ibáñez, Erzbischof von Santiago de Cuba und Präsident von Caritas Cuba, gab über die Social-Media-Kanäle der Organisation die Verteilung humanitärer Hilfsgüter aus den USA an Familien bekannt, die vom Hurrikan Melissa betroffen waren. Der Wirbelsturm hatte 2025 die östlichen Provinzen der Insel heimgesucht.

„Mehr als 50 Container mit Hilfsgütern haben den Hafen und Flughafen passiert. Das löst zwar nicht die Probleme, aber immerhin haben rund 8.000 Familien davon profitiert“, so der Erzbischof. Zugleich stellte er klar, dass die angekündigten Hilfsgelder – zunächst drei, später sechs Millionen US-Dollar – nicht direkt an Caritas Cuba überwiesen wurden. Stattdessen wurden Sachspenden über das Netzwerk der Kirche verteilt.

Die Hilfslieferungen erreichten die östlichen Diözesen Guantánamo, Holguín, Bayamo-Manzanillo und Santiago de Cuba, wo Tausende Familien Lebensmittel, Hygieneartikel und andere lebensnotwendige Güter erhielten. Allerdings reiche humanitäre Hilfe allein nicht aus, stellte Erzbischof García Ibáñez klar: „Sie kann nicht alle Probleme lösen.“

(fides – gs)

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16. Juli 2026, 14:20