Indonesien: Erster Feiertag ehrt indigene Glaubensrichtungen
Während einer Zeremonie in der indonesischen Hauptstadt Jakarta unterzeichnete Kulturminister Fadli Zon einen Minstererlass, der den 13. Juli zum „Tag des Glaubens an einen einzigen höchsten Gott“ ausruft. Dabei erinnerte er daran, „dass Indonesien auf den Grundsätzen der Vielfalt, der Toleranz und der Achtung der Würde jedes Bürgers aufgebaut wurde“. Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass dieser Feiertag zu „einem wichtigen Meilenstein bei der Stärkung und Anerkennung einer inklusiven nationalen Kultur“ werde.
Anerkennung und Achtung
Der Vorsitzende des indonesischen Rates für Glaubensfragen, Naen Suryono, befürwortet den Erlass als „strategischen Schritt für die Anerkennung und Achtung der Rechte von Glaubensangehörigen als indonesische Staatsbürger“. In seiner Erklärung wies er darauf hin, dass der 13. Juli infolge seiner verfassungsrechtlichen Bedeutung in Einklang mit den Bemühungen der Glaubensgemeinschaften stehe. Am 13. Juli 1945 wurde in einer Sitzung zum Entwurf der indonesischen Verfassung der Begriff „Glaube“ neben „Religion“ aufgenommen, wodurch den Bürgern geistige Freiheit garantiert wurde.
Die Ausrufung des „Tage des Glaubens an einen einzigen höchsten Gott“ knüpft zudem an ein Urteil des Verfassungsgerichts von 2016 an. Dies ermöglichte Anhängern indigener Glaubensrichtungen, ihren Glauben auf Personalausweisen und in Familienregistern einzutragen. Davor war es jahrzehntelange Praxis, das Feld „Religion“ frei zu lassen.
Eingeschränkter Zugang öffentlichen Dienstleistungen
Ismail al-´Alam, Vertreter einer Dachorganisation, zu der unter anderem die „Indonesian Legal Aid Foundation“ gehört, kritisiert den Staat Indonesien, Gläubige systematisch „in eine unrechtmäßige, marginalisierte Klasse einzuordnen und eine sinnvolle Teilhabe an verschiedenen nationalen Entwicklungsagenden zu blockieren“.
Während Indonesien sechs Religionen – Islam, Protestantismus, Katholizismus, Hinduismus, Buddhismus und Konfuzianismus – anerkennt, werden indigene Glaubensrichtungen einer separaten rechtlichen Kategorie untergeordnet. Menschenrechtsorganisationen weisen darauf hin, dass sich indigene Völker durch den eingeschränkten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und begrenzter Teilhabe am nationalen Leben seit geraumer Zeit ausgegrenzt fühlen. In diesem Zusammenhang fordern sie das Ende der rechtlichen Unterscheidung zwischen den Religion und Weltanschauung und eine Beteiligung von Weltanschauungsgemeinschaften an der öffentlichen Politikgestaltung.
(ucanews - sc)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..