Kardinal Anthony Poola führte die Delegation beim Treffen mit Innenminister Amit Shah an. (Archivvoto) Kardinal Anthony Poola führte die Delegation beim Treffen mit Innenminister Amit Shah an. (Archivvoto) 

Indien: Innenminister verspricht gegen antichristliche Angriffe vorzugehen

Indiens Innenminister Amit Shah versicherte einer Delegation katholischer Bischöfe persönlich Gerechtigkeit für Christen zu gewährleisten. Hintergrund des Treffens am 10. Juli in Neu-Delhi waren Bedenken der Katholischen Kirche Indiens hinsichtlich ihrer Einrichtungen, sowie die wachsende Besorgnis zunehmender antichristlicher Angriffe in ganz Indien.

Eine Delegation unter der Leitung von Kardinal Anthony Poola, dem Vorsitzenden der Katholischen Bischofskonferenz Indiens (CBCI), hat Innenminister Amit Shah ihre Sorge über die zunehmenden Angriffe auf Christen zum Ausdruck gebracht. Diese würden häufig durch falsche Vorwürfe der Zwangsbekehrung angeheizt. Darüber berichtete der Sprecher der Bischofskonferenz, Pater Robinson Rodrigues, am Donnerstag gegenüber UCA News. Demnach habe Shah zugesagt, in Fällen einzugreifen, in denen die Polizei Anzeigen nicht aufnehme. Zugleich habe er Christen aufgefordert, bei antichristlichen Übergriffen bei der örtlichen Polizei einen sogenannten First Information Report (FIR) einzureichen. Dabei handelt es sich um das vorgeschriebene Verfahren zur Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen. Rodrigues zitierte den Innenminister mit den Worten: „Er forderte die Gemeindemitglieder außerdem auf, ihm per E-Mail Einzelheiten zu Vorfällen zu übermitteln, bei denen die Polizei nicht auf ihre Beschwerden reagiert habe, einschließlich der Weigerung, eine FIR aufzunehmen. Er sagte, sein Ministerium werde persönlich eingreifen, um Gerechtigkeit zu gewährleisten.“

Im Hinblick auf die geplanten Änderungen des Foreign Contribution Regulation Act (FCRA), der den Erhalt und die Verwendung ausländischer Finanzmittel für gemeinnützige Organisationen regelt, überreichte die Delegation dem Innenminister ein Memorandum. Darin weist sie darauf hin, dass mehr als 20.000 FCRA-Lizenzen widerrufen wurden oder ausgelaufen sind. Dies erschwere es zahlreichen Nichtregierungsorganisationen – darunter auch vielen kirchlichen Einrichtungen –, ausländische Finanzmittel zu erhalten.

Gesetzesänderungen sollen nicht gegen Christen eingesetzt werden

Die geplanten Änderungen des FCRA zielten darauf ab, Verwaltungsverfahren zu vereinfachen, versicherte Shah der Delegation. Zugleich garantierte er, dass das Gesetz nicht gegen Christen oder andere Religionsgemeinschaften eingesetzt werde. Zudem werde die Bundesregierung die neuen Vorschriften zur ausländischen Finanzierung nicht rückwirkend anwenden. Damit versuchte der Innenminister, Befürchtungen zu zerstreuen, kirchliche Einrichtungen könnten wegen früherer ausländischer Spenden unter dem Vorwurf von Unregelmäßigkeiten beschlagnahmt werden.

Der katholische Politiker und frühere Vorsitzende der Minderheitenkommission des Hauptstadtterritoriums Delhi, A. C. Michael, erklärte, Shahs Zusicherung werde „eine starke Botschaft an jene Kräfte senden, die unter dem Vorwand angeblicher Bekehrungsaktivitäten Angriffe auf Christen verüben“. Nach Angaben christlicher Vertreter haben die Übergriffe auf ihre Gemeinschaften seit dem Amtsantritt der hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) unter Premierminister Narendra Modi im Jahr 2014 deutlich zugenommen.

Hinduistische Gruppen lehnen christliche Mission ab

Der BJP nahestehende hinduistische Gruppen verfolgen das Ziel, Indien zu einem hinduistischen Staat zu machen. Sie lehnen christliche Missionare und kirchliche Einrichtungen ab und werfen ihnen vor, unter dem Deckmantel sozialer Arbeit Angehörige indigener Völker und benachteiligter Kasten zum Christentum bekehren zu wollen.

In mindestens 13 indischen Bundesstaaten wurden inzwischen Anti-Bekehrungsgesetze verabschiedet. Nach Angaben christlicher Organisationen werden diese Gesetze häufig dazu genutzt, Pastoren, Missionare und andere Christen zu schikanieren, einzuschüchtern oder strafrechtlich zu verfolgen.

Nach Angaben der in Neu-Delhi ansässigen ökumenischen Organisation United Christian Forum (UCF) ist die Zahl der registrierten Gewalttaten gegen Christen in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Christen stellen rund 2,3 Prozent der mehr als 1,4 Milliarden Einwohner Indiens; etwa 80 Prozent der Bevölkerung sind Hindus.

(ucan – sc)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

14. Juli 2026, 13:19