Suche

Die Folgen des Erdbebens in La Guaira, dem am stärksten betroffenen Ort, der dreißig Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt liegt. Die Folgen des Erdbebens in La Guaira, dem am stärksten betroffenen Ort, der dreißig Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt liegt.  (AFP or licensors)

Venezuela: Erzbischof dankt dem Papst für die Hilfe nach Erdbeben

Nach den Erschütterungen in Venezuela hat sich der Erzbischof von Caracas, Raúl Biord Castillo, im Gespräch mit vatikanischen Medien geäußert. Das Erdbeben, das als das registrierte Ereignis mit der höchsten Magnitude in der Geschichte des Landes eingestuft wird, traf die Küstenregion La Guaira sowie die Hauptstadt Caracas am Mittwochnachmittag, den 24. Juni 2026.

Francesca Sabatinelli und Mario Galgano - Vatikanstadt

Zusammen mit dem Bischof von La Guaira, Pablo Modesto González Pérez, besucht der Erzbischof die betroffenen Gebiete, in denen die regulären Tagesabläufe der Bevölkerung unterbrochen sind.

Der Vatikan hat über das Amt für den päpstlichen Almosendienst eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 100.000 Euro an die Kirchenleitung des lateinamerikanischen Landes übermittelt. Erzbischof Biord Castillo erklärte hierzu: „Der Papst hat mir und der Bischofskonferenz geschrieben, unsere Nachrichten und Kommuniqués gelesen sowie die Videos gesehen. Wir danken ihm, dem Heiligen Stuhl, den Bischofskonferenzen und der Caritas. In diesem Moment ist es wichtig, die Solidarität zu spüren und sich als Teil einer universalen Kirche zu fühlen.“

Unklare Zahlen

Das genaue Ausmaß der Schäden sowie die Zahl der Opfer und Vermissten sind derzeit noch unklar. Berichten zufolge sind mehr als 300 Gebäude vollständig eingestürzt, darunter auch kirchliche Ausbildungstätten und Schulen. Die ökonomische Lage des Landes, die durch die bestehende Wirtschaftskrise und die Auslandsschulden geprägt ist, erschwert die Festlegung von Prioritäten für den anstehenden Wiederaufbau. Biord Castillo betonte: „Unser Dank gilt Leone XIV. und der internationalen Gemeinschaft; wir tun alles Mögliche, um die Bevölkerung in diesem Moment zu begleiten.“

Die Rettungsarbeiten in den Trümmern werden fortgesetzt. Zuletzt konnten drei Geschwister lebend aus einem eingestürzten Haus in La Guaira geborgen werden. Neben den lokalen Kräften treffen Hilfsteams aus Italien, weiteren Staaten der Europäischen Union, den USA sowie aus lateinamerikanischen Ländern wie Mexiko ein.

Rettungskräfte suchen in Caracas unter den Trümmern nach Überlebenden
Rettungskräfte suchen in Caracas unter den Trümmern nach Überlebenden   (AFP or licensors)

Einsatz der Diözesen und Caritas

In La Guaira ist die Versorgungslage angespannt, da Strom- und Wasserleitungen unterbrochen sind und Nahrungsmittelknappheit droht. Viele Menschen halten sich auf Straßen und Plätzen auf. Die lokalen Diözesen und die Caritas sammeln in den Pfarreien Güter des Grundbedarfs, um die Versorgung mit Brot und Wasser zu gewährleisten. In Caracas weisen mindestens 30 Pfarrkirchen Schäden auf und werden gegenwärtig von Ingenieurteams auf ihre Statik untersucht. Da das Beben während der Feierlichkeiten zum Johannistag stattfand, hielten sich viele Gläubige in den Kirchen auf und konnten die Gebäude rechtzeitig verlassen. Unter den Priestern, Ordensleuten und Seminaristen wurden keine Opfer gemeldet.

Erzbischof Biord Castillo wies darauf hin, dass die unmittelbare Aufmerksamkeit der Rettung und Betreuung der betroffenen Personen gilt. In der jetzigen Phase gehe es darum, „ihnen im Geistlichen und im Teilen beizustehen“. Erst in einem zweiten Schritt werde der Wiederaufbau folgen, der sich auf „Lebensbereiche, Gebäude, Schulen, Pfarreien und das gesamte Land“ beziehen müsse.

(vatican news)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

27. Juni 2026, 10:25