Der Präsident von Simbabwe, Emmerson Mnangagwa Der Präsident von Simbabwe, Emmerson Mnangagwa 

Simbabwe: Kirchen rufen zu Gebet und Wachsamkeit auf

Angesichts einer umstrittenen Verfassungsreform in Simbabwe haben führende christliche Kirchen des Landes die Bevölkerung zu Gebet, Wachsamkeit und demokratischem Engagement aufgerufen. Zugleich warnen sie vor möglichen Auswirkungen auf Demokratie und staatliche Institutionen.

Während das Parlament in Simbabwe über den Verfassungsänderungsentwurf Nr. 3 von 2026 berät, haben führende christliche Kirchen des Landes die Bevölkerung zu Gebet, Besinnung und aufmerksamem Bürgerengagement aufgerufen. Der Simbabwische Kirchenrat (ZCC), dem auch Vertreter der Simbabwischen Katholischen Bischofskonferenz (ZCBC) angehören, veröffentlichte am 4. Juni eine entsprechende Erklärung nach der zweiten Lesung des Gesetzentwurfs im Parlament.

„Nach der gestrigen zweiten Lesung des Verfassungsänderungsentwurfs Nr. 3 im Parlament ruft der Simbabwische Kirchenrat alle Bürgerinnen und Bürger, Kirchen und Menschen guten Willens zum Gebet für unsere Nation auf“, heißt es in dem Appell.

Der umstrittene Gesetzentwurf sieht weitreichende Änderungen der politischen Ordnung des Landes vor. Zu den vorgeschlagenen Reformen zählen unter anderem die Verlagerung der Wahl des Staatspräsidenten von einer direkten Volkswahl auf das Parlament, die Verlängerung von Amtszeiten, sowie eine Neuverteilung staatlicher Befugnisse.

Bedenken und Warnung

Bereits am 12. Mai hatten die katholischen Bischöfe Simbabwes ihre Bedenken gegen zentrale Bestimmungen des Entwurfs geäußert. In ihrer Stellungnahme warnten sie davor, dass die geplanten Änderungen die demokratische Beteiligung der Bürger, die Unabhängigkeit staatlicher Institutionen sowie verfassungsmäßige Schutzmechanismen gegen Machtmissbrauch beeinträchtigen könnten.

„Unsere Verfassung ist mehr als ein Rechtsinstrument. Sie ist ein feierlicher nationaler Bund, der aus den Opfern, Bestrebungen und dem souveränen Willen des simbabwischen Volkes hervorgegangen ist“, erklärten die Bischöfe.

„Informiert, engagiert und im Gebet bleiben“

Vor den weiteren parlamentarischen Beratungen appellierte der Kirchenrat nun an die Bevölkerung, den Prozess aufmerksam zu verfolgen. „Wir ermutigen die Simbabwer, informiert, engagiert und im Gebet zu bleiben“, erklärten die Kirchenvertreter. Zugleich hoben sie die ethische Verantwortung politischer Entscheidungsträger und der Bürger hervor. Führung sei „ein heiliges Vertrauen“, betonten sie. Das Streben nach Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und Gemeinwohl verlange sowohl aktives gesellschaftliches Engagement als auch persönliche Reflexion.

Die Kirchenführer riefen dazu auf, für die Verantwortlichen des Landes zu beten, „dass unsere Führungskräfte mit Weisheit, Integrität und Demut handeln.“ Die Entscheidungen mögen die Würde aller Menschen achten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und weiterhin der Weg von Einheit, Frieden, Dialog und Gemeinwohl beschritten werde.

„Handle gerecht, liebe Barmherzigkeit und gehe demütig mit deinem Gott“

Zum Abschluss vertrauten die Kirchenvertreter das Land in diesem „wichtigen Moment seines demokratischen Weges“ Gottes Führung an und erinnerten mit den Worten des Propheten Micha an die Grundwerte christlichen Handelns: „Handle gerecht, liebe Barmherzigkeit und gehe demütig mit deinem Gott.“

(aciafrica – nm)

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05. Juni 2026, 13:49