Suche

Dr. Martin Kurka / Foto C. Kaminski Dr. Martin Kurka / Foto C. Kaminski 

Madrid: Vorfreude auf Papst Leo XIV.

Zwischen Schmerzfreiheit, menschlicher Nähe und christlicher Hoffnung engagiert sich der deutsche Arzt Martin Kurka im Madrider Hospiz „Laguna“. Dort begleitet er Menschen in ihrer letzten Lebensphase – und blickt zugleich mit großer Vorfreude auf den ersten Spanienbesuch von Papst Leo XIV.

Claudia Kaminski - Vatikanstadt

Im Hospiz zählt vor allem eines: Schmerzfreiheit. „Heute ist es medizinisch in den meisten Fällen möglich, Menschen in ihrer letzten Lebensphase weitgehend schmerzfrei zu begleiten“, sagt der deutsche Dermatologe Dr. Martin Kurka. Seit April lebt der Arzt im Ruhestand in Madrid und engagiert sich dort ehrenamtlich im christlichen Hospiz „Laguna“.

Hospiz Laguna in Madrid - Schon 2025 in der Enquete-Kommission des Bundestages als Modellprojekt erwähnt
Hospiz Laguna in Madrid - Schon 2025 in der Enquete-Kommission des Bundestages als Modellprojekt erwähnt

Die Einrichtung liegt in einem Stadtviertel der spanischen Hauptstadt, in dem auch die Metrostation den Namen „Laguna“ trägt. Das Haus besteht nicht nur aus einer Hospizabteilung mit 38 Betten, sondern vereint mehrere Bereiche unter einem Dach: Demenzstation und Tagespflegeangebote für insgesamt 55 Patienten. Vierzig Jahre lang führte der Mediziner eine eigene Hautarztpraxis in Deutschland.

Hier zum Nachhören

Nach dem Eintritt in den Ruhestand stellte sich für ihn die Frage, wie er weiterhin für Menschen da sein könne. „Ich wollte auch im Ruhestand etwas für Patienten tun – gerade in ihrem letzten Lebensabschnitt“, erzählt er im Gespräch mit Radio Vatikan.

Martin Kurka im Gespräch mit Angehörigen
Martin Kurka im Gespräch mit Angehörigen

Als Freiwilliger besucht er heute mehrmals pro Woche die Patienten der Hospizstation. Medizinische Aufgaben übernimmt er dabei bewusst nicht. „Wir gehen einfach in die Zimmer, fragen nach dem Befinden, hören zu, lesen etwas vor oder unterhalten uns mit den Menschen“, sagt Kurka. Gerade diese Begegnungen würden von den Patienten dankbar angenommen. „Die Leute freuen sich, wenn jemand als Privatperson kommt und einfach fragt, wie es ihnen geht.“

„Es geht um Frieden: mit sich selbst, mit der eigenen Familie, mit Gott und schließlich auch mit dem eigenen Sterben“


Besonders beeindruckt ihn die Atmosphäre des Hauses. „Es ist ein christliches Haus mit einer Kapelle. Man spürt, dass die Mitarbeiter ihren Dienst mit großer Freude und innerer Überzeugung tun“, berichtet der Arzt. Eine solche Atmosphäre habe er in Krankenhäusern nur selten erlebt.
Prägend seien vor allem vier Grundgedanken, die das Hospiz den Patienten vermitteln wolle. Weil viele Menschen nur wenige Tage oder Wochen dort verbringen, gehe es darum, Frieden zu finden – mit sich selbst, mit der eigenen Familie, mit Gott und schließlich auch mit dem eigenen Sterben.

Vorbereitungen für das Fest des Stadtheiligen von Madrid: San Isidro
Vorbereitungen für das Fest des Stadtheiligen von Madrid: San Isidro

Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei nur 12 Tagen. In dieser kurzen Zeit, so Kurka: „Soll sich der Mensch mit seinem Leben versöhnen, sich mit seiner Familie versöhnen, sich mit Gott versöhnen und den Tod ohne Angst annehmen können“. Schmerzfreiheit bilde dabei die unverzichtbare Grundlage jeder Begleitung. Erst wenn die körperlichen Schmerzen gelindert seien, entstehe Raum für Gespräche, Begegnung und inneren Frieden.
In wenigen Tagen kommt Papst Leo XIV. erstmals nach Spanien. Für den neu nach Madrid gezogenen Deutschen ist das eine besondere Freude. „Ich freue mich sehr auf den Papstbesuch, zumal ich den Papst zum ersten Mal persönlich sehen werde“, sagt Kurka. Besonders schön sei für ihn, dass die Messe ganz in der Nähe seiner Wohnung gefeiert werde. „So werden sicher auch unsere drei Kinder mitkommen.“

Der Wunsch: stärkere Bindung an die Kirche

Mit dem Besuch verbindet der Arzt auch eine Hoffnung: „Ich wünsche mir eine stärkere Bindung meiner Familie an die Kirche und darüber hinaus eine noch größere Liebe der Spanier zu Rom und zur Kirche.“ Dieser Wunsch gelte allerdings nicht nur für Spanien, fügt er mit einem Lächeln hinzu: „Es wäre schön, wenn auch die Deutschen und alle etwas davon abbekämen.“

(vatican news)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

02. Juni 2026, 10:43