Bartholomaios erinnert an orthodoxes Konzil
Bei einem Gottesdienst in Istanbul rief der Patriarch jene vier orthodoxen Kirchen, die damals nicht anwesend waren, auf, die Beschlüsse von Kreta nachträglich anzunehmen. Bartholomaios bezeichnete das Konzil trotz aller Schwierigkeiten als „historisches“ Ereignis, das der Einheit der Orthodoxie diente.
Das Panorthodoxe Konzil fand vom 18. bis 27. Juni 2016 auf Kreta statt. Die Kirchenvertreter tagten unter dem Vorsitz von Patriarch Bartholomaios in der Orthodoxen Akademie bei Chania. Vier autokephale orthodoxe Kirchen, allen voran die russische orthodoxe Kirche, aber auch die bulgarische und georgische orthodoxe Kirche und das Patriarchat von Antiochien waren dem Konzil aus unterschiedlichen Gründen fern geblieben.
Aufruf an die Ferngebliebenen
An diese Kirchen und ihre Oberhäupter ergehe sein Aufruf, so Bartholomaios, die sechs Texte und Beschlüsse des Konzils zusammen mit seiner Enzyklika (Rundbrief) und Botschaft erneut zu prüfen und anzunehmen. Ein solcher Schritt wäre aus seiner Sicht die einzig angemessene Antwort und ein würdiger Ausdruck des Respekts vor den Leistungen all jener, die zum Konzil beigetragen hätten.
Die Texte des Konzils beinhalten die Botschaft der Synode an das Volk Gottes, die Enzyklika der Synode sowie sechs verabschiedete Synodaldokumente: Die Bedeutung des Fastens, Das Sakrament der Ehe, Die Autonomie von Kirchen und die Weise ihrer Proklamation, Die orthodoxe Diaspora, die Beziehungen der Orthodoxen Kirche zur übrigen christlichen Welt sowie Die Sendung der Kirche in der Welt von heute.
Heißes Eisen Autokephalie
Einige weitere, stärker umstrittene Themen wurden nicht auf die Tagesordnung des Konzils gesetzt, so etwa die Frage der Gewährung der „Autokephalie“ für eine Kirche. Über eine entsprechende Vorlage konnte während der Vorbereitung kein Konsens erzielt werden.
(pro oriente – sk)
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