In Kyiv, vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion In Kyiv, vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion  (ANSA)

Ukraine: „Sehr schwere Stunden“ der Attacke auf Hauptstadt Kyiv

Nach den schweren russischen Angriffen auf Kyiv mit mindestens 24 Toten hat der Apostolische Nuntius in der Ukraine, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, von „sehr schweren“ Stunden für das ganze Land gesprochen. Russische Streitkräfte griffen am Donnerstag die ukrainische Hauptstadt und andere Städte mit Hunderten Drohnen und Raketen an.

Mit besonderer Sorge äußerte sich Kulbokas über die gezielten Angriffe auf humanitäre Helfer. In Cherson - im Osten des Landes - sei erneut ein Fahrzeug des UN-Büros für humanitäre Hilfe getroffen worden. „Es handelt sich um Fahrzeuge mit sehr klaren Kennzeichnungen. Außerdem bewegen sich diese Fahrzeuge nur, nachdem sowohl die ukrainischen als auch die russischen Behörden im Voraus informiert wurden“, erklärte der Erzbischof. Deshalb sei klar, „dass es sich um absichtliche Angriffe handelt. Es ist sehr besorgniserregend, wenn humanitäre Helfer mit klaren Kennzeichnungen absichtlich getroffen werden, damit die Bevölkerung keine humanitäre Hilfe erhält.“

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Im Gespräch mit anderen in der Ukraine verbliebenen Diplomaten nehme er große Sorge wahr. „Als wir diese Situation mit einigen Diplomaten besprochen haben, unterstrichen sie den Eindruck, dass dies kein gutes Zeichen ist, wenn die Bombardierungen mit einer solchen Intensität weitergehen. Vielmehr bedeutet es den Willen, den Krieg fortzusetzen“, referierte der aus Litauen stammende Papstbotschafter.

Nuntius Kulbokas bei einer Begegnung mit Kindern im Krieg
Nuntius Kulbokas bei einer Begegnung mit Kindern im Krieg

Besonders stark trafen die Angriffe nach den Worten des Nuntius die Stadtviertel am linken Ufer des Dnipro. Nach neuesten Angaben wurden mindestens 24 Menschen getötet, darunter drei Kinder, und 48 Menschen trugen Verletzungen davon. Fast die Hälfte der Stadt sei ohne Wasser geblieben, sagte der Nuntius.

Außergewönlich heftiger Angriff

Für Kyiv war es selbst in dem seit vier Jahren währenden Krieg ein außergewöhnlich heftiger Angriff. Der Bürgermeister der Stadt, Vitali Klitschko, erklärte diesen Freitag zu einem Trauertag.

Die Ukraine reagierte mit einem ihrer größten Drohnenangriffe auf Ziele in Russland. Nach russischen Behördenangaben kamen dabei in der Stadt Rjasan drei Menschen ums Leben.

„Gefangenenaustausch begonnen“

Unterdessen tauschten Russland und die Ukraine jeweils 205 Kriegsgefangene aus. Es sei der erste Schritt eines größeren Austauschs von 1.000 Gefangenen jeder Seite, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Die heimkehrenden russischen Soldaten seien auf dem Gebiet von Belarus, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Es dankte den Vereinigten Arabischen Emiraten für Vermittlung bei der Aktion.

(vatican news/agenturen – gs)

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15. Mai 2026, 11:57