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,Ich möchte keine künstliche Intelligenz, die malt und schreibt, währen ich die Wäsche machen muss' -  wofür wollen wir KI nutzen, wofür nicht? ,Ich möchte keine künstliche Intelligenz, die malt und schreibt, währen ich die Wäsche machen muss' - wofür wollen wir KI nutzen, wofür nicht? 

Weichenstellungen: „KI als Hilfsmittel, um menschlicher zu sein“

Dass Papst Leo bei der Nutzung Künstlicher Intelligenz dazu aufruft, „Stimmen und Gesichter des Menschen zu bewahren“, findet der spanische La-Salle-Bruder Jorge Sierra am Puls der Zeit. Als Pädagoge weiß er gut, wie wichtig Bildung und die Erziehung zum kritischen Denken sind, damit junge Leute KI sinnstiftend nutzen.

„Man darf die Technologie nicht an sich verachten und ablehnen, aber man darf sie auch nicht so weit annehmen, dass sie uns entmenschlicht“, stimmt der Ordensmann im Interview mit Radio Vatikan Papst Leo zu; dieser legt in der kommenden Woche seine erste Enzyklika vor, Thema ist die „Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“.

Für Br. Jorge sind die Grenzen der im Alltag überaus praktischen Technologie deutlich sichtbar. Sie zeigen sich genau dort, wo sich das Wesen des Urmenschlichen offenbart – im Miteinander, im Trost, im Feld des Geistes und der Spiritualität. Auch der Papst sehe die Herausforderungen bei KI im Anthropologischen, nicht im Technischen.

„In einigen der Gespräche, die wir über künstliche Intelligenz, Seelsorge und Jugendarbeit geführt haben, sind wir immer wieder auf den Gedanken gekommen, dass wir das ergänzen müssen, was Künstliche Intelligenz nicht leisten kann – oder anders ausgedrückt: Künstliche Intelligenz kann zwar besonders repetitive Aufgaben übernehmen, aber was den menschlichen Kontakt, die Begleitung, die enge Beziehung und die Verkündigung des Evangeliums betrifft, das kann kein Algorithmus ersetzen. Vielleicht sollten wir unsere Kräfte weniger auf die Verwaltung oder die Gestaltung konzentrieren, sondern vielmehr auf diese persönliche Beziehung. KI wird immer ein Mittel sein, aber kein Selbstzweck.“

Wofür wollen wir KI nutzen, wofür nicht?

Auch Kreativität sei eine „zutiefst menschliche“ Dimension, macht der La-Salle-Bruder weiter deutlich. Nimmt Kreativität, das menschliche Erfinden und Erschaffen, durch KI ab? Jorge Sierra findet, genau das solle man verhindern.

„Ich möchte keine künstliche Intelligenz, die malt und schreibt, während ich die Wäsche wasche, sondern eine, die die Wäsche wäscht, damit ich mehr Zeit zum Malen und Schreiben habe“

„Nun, manchmal können die schnellen und einfachen Antworten, die uns ein technologisches Werkzeug wie die künstliche Intelligenz liefern kann, tatsächlich dazu führen, dass der kreative Prozess, der Anstrengung erfordert, nicht stattfindet. Insofern ja. Hier sagte ein Science-Fiction-Autor vor einigen Monaten, ohne die Worte des Papstes zu kennen: ,Ich möchte keine künstliche Intelligenz, die malt und schreibt, während ich die Wäsche wasche, sondern eine, die die Wäsche wäscht, damit ich mehr Zeit zum Malen und Schreiben habe.‘ Ich glaube, das ist ein guter Ansatz. Dass Künstliche Intelligenz und jedes andere technologische Hilfsmittel es uns ermöglichen, menschlicher zu sein. Kunst, Kreativität und Engagement sind zutiefst menschlich.“

Im Bildungsbereich habe KI eine „Revolution“ ausgelöst, so der Ordensmann. Junge Lernende nutzten sie wie selbstverständlich, während das Wissen und Bewusstsein um Risiken, Grenzen, aber auch Chancen dieser Digitaltechnologie noch nicht genügend ausgebildet seien - auch nicht bei Lehrkräften.

Neue Aufgaben und Ziele von Bildung

Um einen mündigen Umgang mit KI zu ermöglichen, gilt es laut Sierra einige Anpassungen im Bildungsbereich vorzunehmen. Neben der Erziehung zum kritischen Denken und zu Unterscheidungsvermögen bei der Nutzung von KI gelte es auch die Ziele von Bildung zu überdenken.

„Das bedeutet vielleicht andere Aufgabenstellungen als etwa ,Erstelle eine Zusammenfassung dieser Lektüre‘, denn das kann künstliche Intelligenz wahrscheinlich besser als wir. Wir müssen den Fokus mehr auf das Verstehen, die Aneignung und die Anwendung von Wissen verlagern. Ich glaube, dass dies eine große Chance für die Zukunft sein kann. Wir sollten KI zudem stärker mit Informationen aus verschiedenen Quellen füttern: Kirche und Bildungseinrichtungen sollten ihr qualitativ hochwertige Informationen liefern, damit sie keine Vorurteile reproduziert. Im Mittelpunkt muss immer unsere rationale, kritische und Glaubensfähigkeit stehen.“


Das Interview mit Jorge Sierra führte Sebastián Sansón Ferrari. Beitrag: Anne Preckel.

Hier zum Hören

(vatican news – pr)

 

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19. Mai 2026, 12:12