Mosambik: Bischöfe verurteilen jüngste Attacken auf Christen
Bischof Osório Citora Afonso von Quelimane sagte dem vatikanischen Fidesdienst vor einigen Tagen, die Lage scheine außer Kontrolle geraten zu sein. In ihrer Mitteilung verurteilte die Bischofskonferenz jede Form von gewaltsamem Extremismus sowie die Manipulation junger Menschen „im Namen religiöser, wirtschaftlicher oder machtpolitischer Interessen“. Kein religiöses Motiv und kein Rohstoffreichtum rechtfertigten Vertreibung, Tod und die Zerstörung heiliger Orte.
Besonders wenden sich die Bischöfe gegen den Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Gewalt. Eine solche Instrumentalisierung „widerspricht den Werten des christlichen und islamischen Glaubens sowie der traditionellen afrikanischen Religionen“, erklärten die Bischöfe. Wer eine Kirche oder einen anderen Gebetsort zerstöre, „dient nicht Gott“, sondern verletze die Menschlichkeit schwer. Die Religionsgemeinschaften des Landes hätten über Jahrzehnte gelernt, zusammenzuleben und denselben nationalen Weg zu teilen.
Den Christen der Diözese Pemba sprechen die Bischöfe Mut zu. Ihre Standhaftigkeit im Glauben sei „ein leuchtendes Zeichen“ für die Kirche des Landes. Gleichzeitig erinnern sie die Regierung an ihre Pflicht, Sicherheit und Menschenwürde zu garantieren. Die Lage in Cabo Delgado bedrohe inzwischen auch andere Regionen des Landes.
Konflikt seit neun Jahren
Der Konflikt in der nordmosambikanischen Provinz Cabo Delgado begann 2017 und zählt zu den schwersten Krisen im südlichen Afrika. Bewaffnete islamistische Gruppen greifen dort Dörfer, Städte, Sicherheitskräfte und immer wieder auch Kirchen an. Tausende Menschen wurden getötet, Hunderttausende vertrieben. An der Seite der mosambikanischen Streitkräfte kämpfen seit 2021 auch Soldaten aus Ruanda gegen die Islamisten.
Die Hintergründe des Konflikts sind komplex: In Cabo Delgado wurden große Erdgasvorkommen entdeckt. Internationale Konzerne investierten Milliarden, Einheimische profitierten davon aber kaum. Die Region gilt seit langem als arm, politisch vernachlässigt und von Korruption geprägt. Islamistische Gruppen nutzten diese Unzufriedenheit, warben junge Männer an und radikalisierten sie.
Die Erklärung der Bischofskonferenz nach der neuerlichen Eskalation ruft zu einem sofortigen Ende religiöser Intoleranz, zu nationaler Versöhnung und zu Gebet für den Frieden auf. Unterzeichnet ist das Dokument vom Vorsitzenden der mosambikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Inácio Saure.
(pm – gs)
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