Die von Terroristen niedergebrannte Kirche in Meza. © KIRCHE IN NOT Die von Terroristen niedergebrannte Kirche in Meza. © KIRCHE IN NOT 

Mosambik: Bischof dankt Muslimen für Solidarität

Nach dem Terror-Angriff auf eine katholische Kirche im Norden Mosambiks hat der Bischof der betroffenen Diözese Pemba die Solidarität muslimischer Vertreter als „Zeichen der Hoffnung“ gewürdigt.

Muslimische Vertreter erklärten nach dem Angriff: „Die islamische Gemeinschaft Mosambiks bringt ihre tiefe Besorgnis über die jüngsten Angriffe in der Provinz Cabo Delgado zum Ausdruck.“ Sie verurteilte „alle Gewalttaten gegen die Zivilbevölkerung sowie die Zerstörung religiöser Orte – unabhängig von deren Glaubenszugehörigkeit“. Das berichtet das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ unter Berufung auf Projektpartner in der Region in einer Pressemitteilung von diesem Mittwoch. 

Bischof Antonio Juliasse Ferreira Sandramo aus Pemba veröffentlichte die Erklärung auf den sozialen Kanälen seiner Diözese und bezeichnete sie als „Zeichen der Hoffnung und Symbol menschlicher Brüderlichkeit“. Wörtlich erklärte er: „Ich danke unseren muslimischen Brüdern für ihre Botschaft. Sie hilft uns, konkret zwischen der muslimischen Religion und jenen zu unterscheiden, die sie radikalisieren und für Hass, Tod und Zerstörung missbrauchen.“ 

Antonio Juliasse Ferreira Sandramo, Bischof von Pemba. © KIRCHE IN NOT
Antonio Juliasse Ferreira Sandramo, Bischof von Pemba. © KIRCHE IN NOT   (© KIRCHE IN NOT)

Anhaltende Gewalt 

Die Attacke reiht sich in eine Serie von Angriffen auf christliche Einrichtungen in Cabo Delgado ein. Insgesamt wurden bereits mindestens 118 Kirchen und Kapellen zerstört, teilt die Diözese Pemba mit. Auch die muslimische Bevölkerung leidet enorm unter dem Terror, der seit 2017 im Norden Mosambiks herrscht. Nach lokalen Angaben starben bei den Angriffen über 6300 Menschen; mehr als eine Million Menschen wurden vertrieben. Den Terroristen geht es Beobachtern zufolge neben politischem Einfluss vor allem um Zugang zu Rohstoffen, da vor der Küste Nordmosambiks große Erdölbohrungen stattfinden.

Heilige Messe in einem Flüchtlingslager in der Diözese Pemba. © KIRCHE IN NOT
Heilige Messe in einem Flüchtlingslager in der Diözese Pemba. © KIRCHE IN NOT   (© KIRCHE IN NOT)

Hintergrund

Ende April hatte ein Angriff dschihadistischer Kämpfer die katholische Pfarre St. Louis de Montfort in Meza in der Provinz Cabo Delgado im Norden von Mosambik getroffen. Der Anschlag ereignete sich am 30. April 2026. Angreifer setzten lokalen Berichten zufolge die Kirche, das Pfarrbüro sowie weitere Gebäude des kirchlichen Geländes in Brand, darunter auch einen Kindergarten. Todesopfer waren nicht zu beklagen, es sollen aber Medienberichten zufolge mindestens 22 Menschen gefangen genommen worden sein. Die Pfarre St. Louis de Montfort wurde 1946 gegründet und war ein Symbol der katholischen Präsenz im Norden von Mosambik. Dort leben mehrheitlich Muslime, während im Rest des Landes der Anteil der Christen überwiegt.

(pm - sst) 

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13. Mai 2026, 15:56