Kuba: Kampf ums Überleben
Gegenüber dem weltweiten Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) erklärte er: „Es ist der schwierigste und traurigste Moment in der Geschichte unseres Volkes, an den ich mich erinnern kann. Alles ist ein Kampf ums Überleben.“ Besonders arme Menschen, Senioren und alleinerziehende Mütter leiden unter der schweren Krise. In vielen Pfarreien suchen Menschen Zuflucht, weil sie tagelang nichts gegessen haben. Hinzu kommen ständige Stromausfälle, durch die ohnehin knappe Lebensmittel verderben und der Alltag zusätzlich gelähmt wird.
Es fehlt an allem
Auch das Gesundheitssystem steht vielerorts vor dem Zusammenbruch. In manchen Krankenhäusern können laut dem Bischof keine Operationen mehr durchgeführt werden, weil es an Wasser, Medikamenten und selbst einfachsten medizinischen Hilfsmitteln fehlt. Familien versuchen oft verzweifelt, Arzneien oder Operationsmaterial über Angehörige im Ausland zu beschaffen.
Neben der materiellen Not wächst die psychische Belastung in der Bevölkerung. „Die Angst regiert“, sagt González Amador. Viele Menschen fürchten eine weitere Eskalation der Lage oder sorgen sich wegen geopolitischer Spannungen vor Konflikten mit den Vereinigten Staaten. „Die Angst vor einem Krieg ist enorm“, betont der Bischof.
Emigrationswelle
Trotz der eigenen Not bleibt die Kirche an der Seite der Bevölkerung. Ordensschwestern, Priester und engagierte Laien betreiben Suppenküchen, bringen Essen zu Kranken sowie Pflegebedürftigen und teilen die wenigen vorhandenen Ressourcen. „Die Menschen sehen, dass die Kirche gibt, was sie hat“, so der Bischof.
Doch die Krise trifft die Institution auch selbst: Inflation, extremer Treibstoffmangel und fehlende Mittel erschweren die Seelsorge und die Logistik der Hilfsangebote massiv. Dennoch sendet der Vorsitzende der Bischofskonferenz ein Signal der Hoffnung: „Auch wenn viele die Insel verlassen: Die Kirche bleibt.“
(pm - pr)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.