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Katholiken an EU: Klimawandel aufhalten

Ein Bündnis von rund 120 christlichen Organisationen hat einen dringenden Appell an die Institutionen der Europäischen Union gerichtet, den Klimawandel aufzuhalten. Die Initiative mit dem Titel „Europa, sei unserem gemeinsamen Haus treu“ umfasst unter anderem die Laudato-Si’-Bewegung, Caritas Europa, CIDSE, die Katholische Aktion Italien und Focsiv.

„Da die globale Energiekrise und die Konflikte die Verwundbarkeit unseres Kontinents erneut unterstreichen, rufen wir die EU auf, ihren Gründungswerten der Menschenwürde und der Menschenrechte treu zu bleiben und sich ehrgeizige Ziele zum Schutz der Gegenwart und der Zukunft zu setzen“, heißt es in dem Appell, und weiter: „Wir fordern gerechte Klimaschutzmaßnahmen, die die Schwächsten schützen und die Rechte künftiger Generationen garantieren, einschließlich des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen.“

Den Appell haben rund 120 katholische Organisationen aus 19 europäischen Ländern gemeinsam in Brüssel eingebracht, darunter die Laudato Si'-Bewegung, Caritas Europa, CIDSE, mehreren Jesuitenprovinzen, Pax Christi International, das Europäische Christliche Umweltnetzwerk (ECEN) . Auch katholische Organisationen wie die UISG und der USG, die mehr als 600.000 Ordensleute vertreten,  haben unterzeichnet. Die Initiative wurde während der Laudato Si'-Woche ins Leben gerufen.

4 Sofortmaßnahmen gefordert

Angetrieben vom christlichen Gebot, die Schöpfung und die Schwächsten zu bewahren, in voller Übereinstimmung mit dem jüngsten Manifest der Kirchen des Globalen Südens für einen gerechten Übergang jenseits fossiler Brennstoffe und ermutigt durch Papst Leos Aufruf, „keinen Raum für Gleichgültigkeit oder Resignation“ zu lassen, fordern diese Unterzeichner vier sofortige Maßnahmen: 1.Die schrittweise Abschaffung fossiler Brennstoffe, 2. eine Steuer auf Übergewinne, 3. die Beendigung der Subventionen für fossile Brennstoffe sowie 4. Investitionen in saubere Energie und Energieunabhängigkeit, Klimafinanzierung und soziale Gerechtigkeit im EU-Haushalt.

Den Klimakollaps stoppen

Seit seiner Gründung vor fast 70 Jahren sei „Europa führend im Schutz der Menschenrechte“, so der Appell weiter. Seit den 1970er Jahren habe es eine Vorreiterrolle im Klima- und Umweltschutz eingenommen, unter anderem durch das Kyoto-Protokoll und das Pariser Abkommen. „Es hat bewiesen, dass ein Wandel, der vom Gemeinwohl getragen wird, nicht nur möglich, sondern unerlässlich ist: durch den Kohleausstieg, die zunehmende Rechenschaftspflicht der Umweltverschmutzer und die Schaffung ambitionierter neuer Regulierungsrahmen wie des Europäischen Green Deals.“ Trotz der vielen globalen Krisen, mit denen die Welt konfrontiert sei, dürfe dies nicht die dringende Notwendigkeit verdecken, den Klimakollaps durch die weitere Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu stoppen.

„Die EU muss sich der Werte und Prinzipien ihrer Gründer wieder bewusst werden: dem Schutz der Menschenrechte und der Wahrung des Friedens. Zu diesem Zweck ist ein entschlossenes Handeln zur Beschleunigung des Übergangs zu nicht-fossilen Energiequellen unerlässlich“

Europa stehe vor einer entscheidenden Wahl: den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen anzuführen oder sich mit den größten Umweltverschmutzern zu verbünden, die für die Hälfte der globalen Kohlenstoffemissionen verantwortlich sind.“ Katholiken aus diesen 100 Gruppen, Bewegungen und Gemeinden äußern tiefe Besorgnis darüber, dass die EU derzeit ihre eigene Gesetzgebung abbaut und ihrer Rolle als globaler Klimaführer den Rücken kehrt. „Wir erheben unsere Stimme gegen Ungerechtigkeit und solidarisieren uns mit all jenen, die vor Gewalt fliehen und unter den Folgen der Klimakrise, des Rohstoffabbaus und der durch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen angeheizten Konflikte leiden. Die EU muss sich der Werte und Prinzipien ihrer Gründer wieder bewusst werden: dem Schutz der Menschenrechte und der Wahrung des Friedens. Zu diesem Zweck ist ein entschlossenes Handeln zur Beschleunigung des Übergangs zu nicht-fossilen Energiequellen unerlässlich", lautet ihr Appell..

(osservatore romano/vatican news - gs)

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20. Mai 2026, 15:43