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In einer Schule in Secunderabad, Andhra Pradesh In einer Schule in Secunderabad, Andhra Pradesh  (AFP or licensors)

Indien: Bundesstaat Andhra Pradesh will Geburtenrate steigern

Der Geburtenrückgang betrifft global gesehen nicht nur den Westen und Fernost: Auch im Süden Indiens kommen deutlich weniger Babies zur Welt. Der Bundesstaat Andhra Pradesh will nun mit gezielten Maßnahmen die Geburtenrate von nur noch 1,5 Kinder pro Frau steigern. Der Rückgang betrifft auch die christlichen Familien.

Anfang der 1990er Jahre lag die Geburtenrate von Andhra Pradesh im Südosten Indiens noch bei drei Kinder pro Frau, wie Ucanews berichtet. Ministerpräsident N. Chandrababu Naidu kündigte kürzlich Änderungen der Bevölkerungspolitik an, um Familien zu mehr Kindern zu ermutigen. Die Maßnahmen umfassen Vergünstigungen für das dritte und das vierte Kind, konkret Geburtsprämien von umgerechnet 310 und 410 Dollar sowie kostenlose Schulbildung bis 18 Jahre. Weitere geplante Leistungen sind zwölf Monate Mutterschaftsurlaub bei der Geburt des dritten Kindes und zwei Monate Vaterschaftsurlaub für Väter.

Naidu sagte, seine Regierung wende sich vom bisherigen Ansatz der für ganz Indien geltenden Familienplanung ab. Diese betreibt eine Zwei-Kind-Politik zur Stabilisierung des Bevölkerungswachstums. Der Staat müsse für seine wirtschaftliche Zukunft und Nachhaltigkeit ein langfristiges demografisches Gleichgewicht wahren, sagte Naidu.

Andhra Pradesh hat rund 54 Millionen Einwohner. Hochrechnungen zufolge könnten in zwanzig Jahren fast 23 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates über 60 Jahre alt sein, verglichen mit derzeit zehn Prozent.

Auch christliche Familien betroffen

Pater Anthony Raj Thumma, Sekretär des Büros für Ökumene der indischen Bischofskonferenz, merkte gegenüber Ucanews an, die Regierung habe auch über die Alterung hinaus Gründe, die Bevölkerungspolitik zu ändern. Thumma sagte, das Thema stehe in engem Zusammenhang mit der bevorstehenden Wahlkreisneueinteilung in Indien, die auf die derzeit laufende Volkszählung folgen werde. „Der Prozess ist seit fast 50 Jahren ausgesetzt, aber sobald er wieder aufgenommen wird, wird die auf der Bevölkerungszahl basierende Vertretung erneut in den Mittelpunkt der politischen Debatte in Indien rücken“, sagte er.

Dem Priester zufolge betreffen die niedrigen Geburtenraten im südlichen Bundesstaat auch die Christen. „Viele christliche Familien beschränken sich heute auf ein oder zwei Kinder“, so Thumma. Die Kirchenführer müssten ernsthaft über dieses Thema nachdenken.

In Andhra Pradesh bekennen sich knapp 1,5 Prozent der Bevölkerung zum Christentum.

(ucanews – gs)

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21. Mai 2026, 11:00