Haiti, Port-au-Prince Haiti, Port-au-Prince 

Auseinandersetzungen in Haiti: Krankenhaus muss evakuiert werden

Ein Team von „Ärzte ohne Grenzen“ musste das Krankenhaus in Port-au-Prince in Haiti räumen, da ein Konflikt bewaffneter Gruppen eskalierte: „Unser Ziel ist es, unsere Patienten und unser Personal zu schützen“, berichtet die Leiterin der Organisation in Haiti, Davina Hayles.

Derzeit sei kein einziges Krankenhaus in dem Gebiet geöffnet, in dem die Kämpfe stattfinden. Seit fast zwei Tagen ist das Viertel Cité Soleil in Port-au-Prince in Haiti Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Gruppen, berichtet Ärzte ohne Grenzen auf seiner Internetseite. Am 10. Mai kam es in den Stadtteilen Cité Soleil und Croix des Bouquets zu äußerst heftigen Zusammenstößen. Seitdem habe das Schießen nicht mehr aufgehört.

„Es ist uns unmöglich, mitten in einem Feuergefecht Hilfe zu leisten. Ein Krankenhaus, in dem das Personal nicht sicher ist, kann nicht funktionieren. Derzeit ist diese Unterbrechung aufgrund der extremen Unsicherheit nur vorübergehend. Wir wissen, dass der medizinische Bedarf in Cité Soleil und ganz allgemein in Port-au-Prince enorm ist“,  erklärt Davina Hayles, Leiterin der MSF-Mission in Haiti.

Krankenhaus als Zufluchtsort

Das Team im Krankenhaus von „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) in Cité Soleil musste einen Ansturm von Patienten mit Schussverletzungen bewältigen und mehr als 800 Menschen aufnehmen, die dort Schutz gesucht hatten. Da sich die Lage verschlechterte, sah MSF sich gezwungen, das Krankenhaus zu evakuieren und den Betrieb bis auf Weiteres einzustellen. Auch andere Hilfsorganisationen und kirchliche Einrichtungen sind laut der Pressemitteilung von den Auseinandersetzungen betroffen.

„Ein Krankenhaus, in dem das Personal nicht sicher ist, kann nicht funktionieren“

Das MSF-Krankenhaus in Cité Soleil befindet sich mitten im Kampfgeschehen. „In nur 12 Stunden haben unsere Teams mehr als 40 Menschen mit Schussverletzungen versorgt“, berichtet Hayles. „Auch einer unserer Sicherheitskräfte wurde direkt auf dem Krankenhausgelände von einer verirrten Kugel getroffen.“ Zudem hätten  mehrere hundert Einwohner von Cité Soleil sowie Kollegen und ihre Familien im Krankenhaus Zuflucht gesucht, da sie keine andere Möglichkeit hatten, sich vor den Schüssen zu schützen, führt Hayles weiter aus.

Die Teams von „Ärzte ohne Grenzen“ haben demnach auch Patienten versorgt, die aus dem Krankenhaus Fontaine verlegt wurden, darunter einige Schwangere, die in der Nacht von Sonntag auf Montag entbunden haben. 

(pm - nm/sst)

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12. Mai 2026, 14:20