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Cirill T. Hortobágyi O.S.B, Erzabt von Pannonhalma Cirill T. Hortobágyi O.S.B, Erzabt von Pannonhalma 

Ungarn: Erzabt begrüßt hohe Wahlbeteiligung bei Parlamentswahlen

Der Erzabt der ungarischen Benediktinerabtei Pannonhalma hat die hohe Beteilung bei den jüngsten Wahlen gelobt. Dies sei „gut und wichtig“, da es zeige, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Verantwortung für die Zukunft des Landes empfinde, sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur Kathpress am Freitag.

Erzabt Cirill T. Hortobágyi zeigte sich überrascht vom Wahlsieg der Tisza-Partei und teilte die Einschätzung von Analysten, wonach in diesem Ergebnis das von früheren Fidesz-Regierungen geprägte Wahlsystem eine wesentliche Rolle gespielt habe. Mit Blick auf die Zusammensetzung des Parlaments verwies der Erzabt auch darauf, dass neben Fidesz nur eine einzige Oppositionspartei Mandate erringen konnte, allerdings in sehr geringer Zahl.

Zur gesellschaftlichen Rolle der Kirchen in Ungarn hob Hortobágyi hervor, dass die Stellung der Kirchen auch dadurch gestärkt werde, dass diese ein umfangreiches institutionelles Netzwerk betreiben, vor allem im Bildungsbereich, das auch tatsächlich benötigt werde. Das staatliche Schulsystem sei in keinem guten Zustand, so der Erzabt.

Kirchenkritische Stimmung in der Bevölkerung

Auf die Frage nach einer möglichen kirchenkritischen Stimmung in der Bevölkerung räumte Hortobágyi ein, dass „dieses allgemeine Gefühl tatsächlich vorhanden" sei, da viele der Ansicht seien, die Kirchen hätten als Verbündete der Regierung von Viktor Orban fungiert. Zugleich bezeichnete er es als ermutigend, dass Tisza-Parteichef Peter Magyar in mehreren Reden betont habe, mit seiner künftigen Regierung „am Zuschütten der Gräben" arbeiten zu wollen. Nach Ansicht des Abtes müsse die Kirche an diesem Prozess mitwirken.

Soziallehre als „erste Aufgabe der Kirche"

Es gelte, „viel stärker bewusst zu machen und zu kommunizieren, dass die erste Aufgabe der Kirche" die Katholische Soziallehre sei und „keinesfalls die Parteipolitik", so Hortobágyi. Dazu gehöre auch, grundlegende moralische Fragen - etwa das Thema Korruption - zu überdenken.

Gleichzeitig äußerte er die Sorge, dass die gesellschaftlichen Spannungen in ganz Europa weiter zunehmen könnten.

(kap – cf)

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17. April 2026, 12:29