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Nuntius Kulboka im November bei Angehörigen von Opfern der Anschläge in Ternopil Nuntius Kulboka im November bei Angehörigen von Opfern der Anschläge in Ternopil 

Ukraine: Nuntius kritisiert Schwäche der Diplomatie weltweit

Der Apostolische Nuntius in Kiew ruft zur internationalen Solidarität auf und hofft zumindest auf eine Oster-Waffenruhe zum Schutz der christlichen Gläubigen. In einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur SIR kritisiert Erzbischof Visvaldas Kulbokas die Schwäche der Diplomatie. Es brauche die Stimme des Papstes.

Nicht nur in Bezug auf die Ukraine bestehe weltweit die Tendenz, „noch mehr Chaos zu säen als zuvor“. In diesem Chaos seien „neue globale Akteure“ versucht, „auf Atomwaffen zurückzugreifen“, so der Nuntius. In diesem Kontext brauche es die Stimme des Papstes, der an das Völkerrecht erinnere und dazu dränge auf Massenvernichtungswaffen zu verzichten.

Stimme in der Wüste

„In der gegenwärtigen Situation mag diese Stimme des Papstes und der Kirche einigen wie eine ‚Stimme in der Wüste‘ erscheinen, doch wir sind überzeugt, dass genau dies die Rolle der Kirche ist: schon jetzt, in der dunklen Stunde, den Boden für den Frieden vorzubereiten.“

Viele Gläubige in der Ukraine können Ostern 2026 nicht in Kathedralen oder Pfarrkirchen feiern. Mehrere katholische wie nicht-katholische Bischöfe und Priester müssten für die Liturgie andere Orte suchen, sagte Kulbokas. Besonders schwierig sei die Lage für Kriegsgefangene und festgehaltene Zivilisten.

Menschen brauchen Ostern

„Die Osterfreude in der Ukraine ist unvermeidlich mit Blut und Schmerz vermischt“, unterstrich der Nuntius. „Ohne Ostern und ohne die Hoffnung, die wir auf Gott setzen“, wäre für viele Menschen der Krieg „bei weitem noch schwerer“. In vielen Regionen sei die Sicherheitslage angespannt; in frontnahen Gebieten gebe es neben Beschuss auch Minen in Wohngebieten. Deshalb würden Gottesdienste oft nur tagsüber gefeiert.

Kulbokas erinnerte an einen im vergangenen Jahr angekündigten Waffenstillstand, der teilweise eingehalten worden sei. Eine ähnliche Entwicklung erhoffe er auch in diesem Jahr. Eine solche Waffenruhe wäre „ein großes Geschenk Gottes“.

(sir – bp)

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05. April 2026, 16:40