Ukraine: Großerzbischof Schewtschuk warnt vor Folgen der Verminung
Besonderes Augenmerk legte der Großerzbischof auf die Stadt Charkiw, die er als „Vorposten des Kampfes für Freiheit und Unabhängigkeit“ beschrieb. In der Millionenstadt seien in den vergangenen Tagen zahlreiche Angriffe verzeichnet worden, die Todesopfer und Verletzte forderten, darunter auch ein Neugeborenes.
Schewtschuk betonte zudem die Belastung für die jüngere Generation: „Es ist die Jugend von heute, auf deren Schultern die große Last des Krieges liegt. Und es ist eine Tragödie, dass die Blüte der ukrainischen Nation jeden Tag stirbt.“
Massive Umweltbelastung durch Landminen
Ein zentraler Schwerpunkt der Ansprache war der Umweltschutz unter Kriegsbedingungen. Der Großerzbischof bezeichnete die Ukraine als eines der am stärksten verminten Länder weltweit. Nach seinen Angaben sind fast 140.000 Quadratkilometer des Territoriums durch explosive Gegenstände kontaminiert – eine Fläche, die ungefähr der Hälfte des italienischen Staatsgebiets entspricht.
Die Beseitigung dieser Altlasten wird Schätzungen zufolge Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Schewtschuk ordnete diese Entwicklung rechtlich und historisch ein: „Dieser Ökozid ist eines der größten Verbrechen gegen die Umwelt in Europa in der jüngeren Geschichte.“
In der Ukraine litten derzeit alle Lebewesen, sowohl die Menschen als auch die Natur. Daher müsse das Leben „in all seinen Erscheinungsformen mit einer Stimme verteidigt werden“, so der Großerzbischof abschließend aus Kyiv.
(sir - mg)
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