Archivbild: Heilig-Jahr-Feier in der Kathedrale von Nowosibirsk Archivbild: Heilig-Jahr-Feier in der Kathedrale von Nowosibirsk  ( (@TV Kana - V)

Russland: Kleine Gemeinde feiert Ostern

„Es ist unmöglich, dass die Opfer der Geschichte oder die Unschuldigen vergessen werden – der Herr selbst führt sie aus dem Grab heraus“: Das sagte Stephan Lipke, Weihbischof der Diözese der Verklärung in Nowosibirsk, in seiner Osterpredigt in Nižnyj Tagil. Unter dem Eindruck einer kürzlich erfolgten Reise auf die Philippinen warnte er vor wachsender gesellschaftlicher Polarisierung.

Lipke und sein Bischof Joseph Werth waren gemeinsam in das asiatische Land gereist, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Dabei sei klar geworden, dass das Volk aufgrund von struktureller Ungerechtigkeit sehr leide. Misswirtschaft, Korruption und Gewalt führten dazu, dass Menschen entweder in Zynismus verfielen oder Hass entwickelten. Diese Spaltung zeige sich auch im Nahen Osten, wo Leid oft einseitig bewertet werde. Christen jedoch seien aufgerufen, sich nicht von solchen Denkmustern leiten zu lassen, sondern allen Menschen mit Mitgefühl zu begegnen.

Der gebürtige Essener Lipke, der im September 2024 von Papst Franziskus zum Weihbischof in der russischen Diözese ernannt wurde, betonte, dass der Glaube nicht auf religiöse Rituale beschränkt bleiben dürfe, sondern das eigene Denken und Handeln prägen müsse. Die Auferstehung Christi zeige, dass Liebe und Leben stärker sind als Tod und Gewalt. In diesem Sinne gebe es Hoffnung für alle Opfer der Geschichte: Gott lasse sie nicht im Tod zurück.

Abschließend rief er dazu auf, sich nicht in Gleichgültigkeit zurückzuziehen, sondern alle Menschen im Blick zu behalten und trotz aller Unsicherheiten die Osterbotschaft zu bezeugen: Christus ist auferstanden.

In der weitläufigen Diözese nahmen insgesamt rund 5.000 Katholiken an den Osterfeiern teil – eine kleine Minderheit in Russland, die ihren Glauben meist in überschaubaren Gemeinschaften lebt.

(fides - cs)

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05. April 2026, 17:38