Zerstörtes Haus nach einem bewaffneten Angriff in Nigeria Zerstörtes Haus nach einem bewaffneten Angriff in Nigeria  (Marvellous Durowaiye)

Nigeria: Dutzende Tote bei Luftangriff auf Markt

Ein Luftangriff der nigerianischen Streitkräfte hat den Markt der Stadt Jilli im Bundesstaat Yobe getroffen. Nach Angaben der Luftwaffenführung handelte es sich dabei um einen tragischen Fehler, der Angriff hätte dschihadistischen Gruppen gelten sollen. Eine Studie zeigt jedoch, dass solche Fehler mittlerweile immer häufiger vorkommen.

Die Opferzahlen des Luftangriffs auf die Stadt im Nordosten des afrikanischen Landes sind noch ungewiss. Laut Amnesty International starben rund 100 Menschen bei dem Luftschlag der nigerianischen Armee, die gegen mit Boko Haram verbündete Dschihadistengruppen im Einsatz ist, während die Vereinten Nationen von 56 Toten berichteten.

Häufige Fehler

Die nigerianische Militärführung beeilte sich, den Angriff auf den von Boko Haram kontrollierten Markt zu bestätigen, behauptete jedoch, es habe sich um einen Fehler gehandelt. Doch es ist nicht das erste Mal, dass die nigerianische Luftwaffe bei Militäroperationen Zivilisten trifft: Im Juni 2025 wurden im Bundesstaat Zamfara mindestens 20 Menschen getötet, während im Februar desselben Jahres etwa zehn Zivilisten bei einem Luftangriff ums Leben kamen.

Eine Studie der Associated Press (AP) ergab, dass seit 2017 bei ähnlichen Zwischenfällen mehr als 500 Zivilisten ums Leben gekommen sind, wobei die mangelnde Koordination zwischen Bodentruppen und Luftstreitkräften als Hauptursache für diese Fehler genannt wird.

Angriffe und Entführungen

Unterdessen gehen die Angriffe von Dschihadisten und kriminellen Banden auf Dörfer und Städte, vor allem im Norden, ununterbrochen weiter: In den letzten zehn Tagen gab es mehr als hundert Opfer. In der Diözese Kontagora, zu der die Bundesstaaten Niger und Kebbi gehören, herrscht nach wie vor Bestürzung und Trauer über die Massaker während der Osterzeit, die 24 Todesopfer forderten, sowie über die Zerstörung des Hauses eines katholischen Katecheten und einer Moschee und die Ermordung eines Pfingstpastors.

(vatican news – cf)

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14. April 2026, 10:29