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Menschen erwarten Papst Leo in Bamenda Menschen erwarten Papst Leo in Bamenda  (ANSA)

Kamerun: „Wir alle wollen Frieden”

Zum Ende des Besuchs von Papst Leo XIV. in Kamerun hofft das ganze Land auf Frieden und eine Lösung der inneren Spannungen. Ein örtlicher Bischof sieht im Waffenstillstand, den die Separatisten im Norden während der Papstvisite beschlossen und respektiert haben, ein unerwartetes und deshalb äußerst positives Zeichen.

Der Bischof von Buéa im Südwesten, Michael Miabesue, schildert eine breite Resonanz, beginnend mit der ersten Ansprache von Papst Leo vor der Welt der Politik, der Gesellschaft und der Diplomatie Kameruns, einschließlich Präsident Paul Biya, der seit 40 Jahren in Kamerun herrscht. Die Inhalte hätten weit über das Kirchliche hinausgereicht, sie seien wahrhaft universal gewesen, sagte der Bischof.

„Man konnte erkennen, dass das, was der Papst sagte, sehr, sehr konkret war. Und wenn ich die Reaktionen darauf lese, besonders aus den englischsprachigen Regionen, in denen gekämpft wird: Die Menschen sind glücklich über das, was der Heilige Vater gesagt hat.“

Hier zum Hören:

Auch das Friedenstreffen des Papstes in Bamenda im Norden und die Messe später in derselben Stadt seien hilfreich gewesen, um die Botschaft des Friedens zu verankern, findet der Bischof. „Denn der Papst hat sehr konsequent gesagt, dass wir für den Frieden arbeiten müssen, dass es Versöhnung geben muss, dass es Einheit und Gemeinschaft unter den Menschen geben muss.“

In der Kathedrale von Bamenda
In der Kathedrale von Bamenda   (ANSA)

Ein sehr konkretes Hoffnungszeichen sieht der Bischof in dem Waffenstillstand, den die separatistischen Gruppen im Nordwesten und Südwesten für die Dauer des Papstbesuchs in Kamerun angekündigt und auch respektiert hätten.

„Es war das erste Mal, dass sie das tun. Das zeigt den Respekt, den sie für den Heiligen Vater und für die katholische Kirche haben. Wenn man konkret auf diese Krise schaut, hat die katholische Kirche sehr konsequent Dinge gesagt, die helfen können, Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung zu bringen. Und wenn die Separatisten sich einbringen und schreiben, was sie geschrieben haben, ist das ein Zeichen, dass wir an den Verhandlungstisch gehen können. Es ist ein Zeichen, dass wir miteinander sprechen können.“


 

Der Bischof sieht die Kirche im Friedensprozess in Kamerun in einer aktiv vermittelnden Position. „Ich wünschte, die Kirche bekäme die Möglichkeit, diesen Dialog zu führen und diese Versöhnung zu gestalten, damit wir dauerhaften Frieden in Kamerun erreichen können“, sagte er uns.

Die Forderung nach Gesprächen steht im Zentrum der kirchlichen Position. Bischof Miabesue beschreibt den Wunsch nach einem breiten Dialog, der alle Beteiligten einschließt. Dabei richtet sich sein Blick über konfessionelle Grenzen hinaus.

„Im Großen und Ganzen kann ich sagen: Alle, Katholiken und Nicht-Katholiken, wollen in Frieden leben“

„Im Großen und Ganzen kann ich sagen: Alle, Katholiken und Nicht-Katholiken, wollen in Frieden leben. Und die Botschaft des Heiligen Vaters wurde von allen aufgenommen. Alle waren begeistert von dem, was er gesagt hat. Das war ein Zeichen, dass es uns viel Segen bringen wird, wenn unsere Autoritäten und alle Kameruner das ernst nehmen.“

Die Frage nach der Nachhaltigkeit der päpstlichen Friedensappelle beschäftigt die Bischöfe Kameruns insgesamt. Miabesues Mitbruder Aloysius Fondong Abangalo, der Bischof von Mamfe, ebenfalls Südwesten, lenkt den Blick auf das, was geschehen sollte, wenn der Papst abgereist ist.

„Nach diesem Besuch ist es wichtig, dass wir Kameruner uns fragen: Was tun wir danach? Wir müssen weitermachen. Die Kirche wird weiter über Gerechtigkeit und Frieden sprechen. Es ist nichts falsch daran, den Menschen zuzuhören und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, die helfen, die Situation zu normalisieren.“

„Wie können wir die Separatisten in den Dialog einbeziehen“

Bisherige Dialoge hätten das Problem nicht gelöst. Aber Bischof Fondong setzt Hoffnungen auf die Impulse, die Papst Leo in Kamerun hinterlässt.

„Unser Gebet und unser Wunsch ist, dass wir nach dem Waffenstillstand, den diese Separatisten gewährt haben, wieder zusammen an einen Tisch kommen und sagen: Wie gehen wir von hier aus weiter? Wie können wir die Separatisten in den Dialog einbeziehen und ihnen Sicherheit geben, damit wir dauerhaften Frieden in Kamerun erreichen.“

In der Kathedrale von Bamenda
In der Kathedrale von Bamenda   (ANSA)

Am Ursprung vieler Probleme Kameruns stehen letztlich wirtschaftliche Fragen. Abangalo spricht über den Umgang mit den reich vorhandenen Bodenschätzen und über die Rolle ausländischer Unternehmen in Afrika. Dabei geht es auch um Perspektiven für junge Menschen.

„Gott hat Afrika gesegnet. Unsere Führer und unsere Menschen müssen sich zusammensetzen und sagen: Wir haben diese Gaben. Wir können nicht zulassen, dass andere kommen und sie nutzen. Sie können Fachwissen bringen. Aber es gehört uns. Wir müssen lernen, unsere eigenen Leute auszubilden und ihnen Chancen zu geben.“

Fondong wird an diesem Punkt sehr konkret: Wie wäre es damit, wenn Länder wie Kamerun Landsleuten, die anderswo dank guter Ausbildung ihr Glück gemacht haben, die Möglichkeit bieten, zurückzukommen und hier etwas aufzubauen? Die Ressourcen seien schließlich alle im Land. „Wenn wir ihnen die Gelegenheit geben, und ihnen nicht durch Steuern den Weg versperren, dann können wir all diese Dinge entwickeln, die wir in der Technologie sehen, hier in Afrika“, betont der Bischof. Das wiederum könnte die weitere Abwanderung der Jungen stoppen, weil sie in Afrika Arbeit und Chancen hätten. 

„Sie müssen nicht nach Europa und Amerika gehen. Wir haben all das hier. Kamerun ist Afrika im Kleinen. Wir haben alle Ressourcen - wir haben alles in Kamerun. Aber wir geben den jungen Menschen nicht die Möglichkeit, diese Ressourcen zu nutzen und Kamerun wirklich zu Afrika im Kleinen zu machen. Und sogar Menschen aus Europa und Amerika dazu zu bringen, hier zu leben.“

Der Besuch von Papst Leo XIV. in Kamerun hat viele Themen angesprochen: Frieden, Dialog, Verantwortung und Entwicklung. An diesem Samstag reist das Kirchenoberhaupt weiter nach Angola.

(vatican news – gs)

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17. April 2026, 13:32