Golestan-Palast in Teheran Golestan-Palast in Teheran  (AFP or licensors)

Iran: Erzbischof von Teheran betont geistliche Einheit

Kardinal Dominique Joseph Mathieu OFM Conv, Erzbischof von Teheran, hat sich in einer Botschaft zum Osterfest an die Gläubigen gewandt. Die diesjährigen Feierlichkeiten standen für den Geistlichen unter dem Vorzeichen einer räumlichen Trennung: Aufgrund der Kriegswirren hält sich der Erzbischof derzeit fern von seiner Diözese in Rom auf.

In seinen Ausführungen reflektiert der Kardinal über die Relativität von Nähe und Ferne. Er habe die Osternacht im Petersdom in Rom gefeiert, was er als Zeichen der Verbundenheit mit der Universalkirche und dem Nachfolger Petri beschreibt. Trotz der geografischen Distanz zu seiner Gemeinde im Iran betont Mathieu eine innere Verbindung:

„Ich befinde mich fern von euch, der mir anvertrauten Herde, getrennt durch die Ereignisse des Krieges. Doch in der heiligen Nacht habe ich die Osternacht gefeiert und euch alle im Herzen getragen: fern von meiner Herde, aber genau deshalb auf geheimnisvolle Weise jedem von euch nah.“

Nach Ansicht des Erzbischofs fungiere der Glaube in dieser Situation als Brücke. In der Gemeinschaft der Heiligen und durch die Sakramente, insbesondere die Eucharistie, bleibe eine reale Einheit bestehen, die über die sichtbare Präsenz hinausgehe.

Biblische Exegese und die Rolle der Frauen

Mathieu bezieht sich in seiner Botschaft auf das Evangelium nach Matthäus. Er hebt die Rolle der Frauen hervor, die am ersten Tag der Woche zum Grab Jesu eilten. Während die Männer das Begräbnis vollzogen hätten, brachten die Frauen „Mitgefühl, Treue und beharrliche Liebe“ zum Ausdruck.

Das im Evangelium beschriebene Erdbeben und das Eingreifen des Engels deutet der Kardinal als Zeichen göttlicher Macht, die verschlossene Räume öffne. Die Botschaft des Engels – „Fürchtet euch nicht!“ – stelle die Erfüllung der Hoffnung dar. Er unterscheidet dabei zwischen der zukünftigen Auferstehung am Ende der Tage und der bereits gegenwärtigen Kraft der Gnade im Leben der Gläubigen.

Die „Galiläa“ als Ort der Begegnung

Der Erzbischof von Teheran beschreibt den Weg der Frauen vom Grab weg als einen Übergang von der Nacht zum Tag, geprägt von einer „heiligen Furcht“, die zur Tat drängt. Die Begegnung mit dem auferstandenen Christus und dessen Auftrag, die Jünger nach Galiläa zu senden, sieht Mathieu als Symbol für den Neuanfang und das konkrete Leben.

Abschließend richtet er den Blick auf eine mögliche Rückkehr in den Iran:

„Auch für uns gibt es ein ‚Galiläa‘: Es wird der Tag sein, an dem wir uns, so Gott will, wiedersehen können. Aber schon jetzt weiß ich, während ich unter dieser Kuppel bin, die an die Einheit der Kirche erinnert, dass wir in Christus real vereint sind.“

Der Kardinal schließt mit der Hoffnung auf eine künftige Zusammenführung der Gemeinde unter ihrem Hirten und betont, dass in der Auferstehung Distanz und Nähe eine neue Form der Zusammengehörigkeit finden.

(fides - mg)

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07. April 2026, 10:03