Ukraine: Kirchen verurteilen Angriff auf UNESCO-Weltkulturerbe in Lviv
Mario Galgano - Vatikanstadt
Bohdan Dzyurakh, Exarch der ukrainisch griechisch-katholischen Kirche in Deutschland, bezeichnete die jüngsten Angriffe im Interview mit Radio Vatikan als Beleg dafür, dass für das „Kremlregime keine Grenzen mehr“ bestünden. Weder das menschliche Leben noch das kulturelle Erbe stellten ein Hindernis für die Fortsetzung der „barbarischen Angriffe“ dar.
Dzyurakh sieht in der Eskalation eine gezielte Strategie: „Terrorismus ist leider zu staatlicher Politik Russlands geworden.“ Er beobachte eine Vermehrung der Angriffe auf zivile Einrichtungen, Schulen und Kirchen insbesondere dann, wenn die russische Armee an der Front keine Erfolge erziele. Ziel sei es, die Zivilbevölkerung zu „demoralisieren und die Widerstandskraft zu brechen“. Diese Entwicklung sei eine Fortsetzung nicht aufgearbeiteter kommunistischer Herrschaftsstrukturen der vergangenen Jahrzehnte.
Geistlicher Beistand und humanitäre Hoffnung
Der römisch-katholische Erzbischof von Lemberg, Mieczysław Mokrzycki, betonte die unmittelbaren Folgen vor Ort. Die Einschläge im Stadtzentrum machten deutlich, dass der Krieg auch im Westen des Landes präsent bleibe. Dennoch hob er hervor: „Gott sei Dank sind keine Menschen gestorben, es gab nur Verletzte. Zerstört wurden Gebäude, die man wieder aufbauen kann.“ Er zeigte sich überzeugt, dass solche Ereignisse die Menschen dazu bewegen, „sich mehr an Gott zu wenden und um seine Barmherzigkeit zu bitten“.
Mokrzycki erinnerte zudem an die Opfer des Krieges: „Es lässt uns an all jene denken, die jeden Tag diese schwierigen Momente erleben – an die Gefallenen, die Witwen und an jene, die als Invalide zurückkehren.“
Dankbarkeit für europäische Solidarität
Trotz der Zerstörungen äußerten beide Geistlichen ihren Dank für die weltweite Unterstützung. Exarch Dzyurakh betonte, dass die Ukraine in diesem Konflikt „europäische Werte verteidige“ und als Teil Europas wahrgenommen werde. Diese Wertschätzung und die „großzügige Solidarität“ in Ländern wie Deutschland und Italien gäben dem Volk die Kraft, die Prüfungen zu überstehen.
Mit Blick auf das bevorstehende Osterfest äußerten beide die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden. Dzyurakh zog eine Parallele zur christlichen Heilsgeschichte: „Wir sind fest davon überzeugt, dass nach dem Karfreitag unbedingt der Ostermorgen kommen wird.“ In diesem Glauben könne man trotz der Angriffe auf Kultur und Leben mit Hoffnung in die Zukunft schauen.
(vatican news)
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