Neuer Nuntius in Syrien hofft, dass Christen als Brückenbauer bleiben
Antonella Palermo und Mario Galgano - Vatikanstadt
Cona verweist auf seine Zeit in Jordanien (2014–2017), in der er die Versorgung von etwa zehntausend irakischen Geflüchteten aus Mossul koordinierte. Diese Menschen hätten ihren Besitz verlassen, um an ihrem Glauben festzuhalten. Diese Erfahrung bezeichnet der Erzbischof als prägend für seinen Dienst. Er kehre nun mit der Absicht nach Nahost zurück, den christlichen Gemeinschaften vor Ort beizustehen.
Die christliche Minderheit als Brückenbauer
Zur Zukunft der Christen in Syrien, die zwischen Bleiben und Abwanderung schwanken, betont Cona die Bedeutung ihrer Präsenz. Ihm zufolge habe die christliche Gemeinschaft eine „Scharnierfunktion“ inne, die den Dialog fördere und historische Beiträge in Recht, Verwaltung und Wirtschaft geleistet habe.
„Ich hoffe, dass Bedingungen geschaffen werden können, damit sie bleiben können. Die christliche Präsenz in Syrien ist ein Reichtum, der nicht nur unter kulturellen oder künstlerischen Gesichtspunkten garantiert werden muss, sondern eine an sich wichtige Präsenz darstellt.“
Zusammenarbeit mit der neuen Führung
Angesichts des politischen Wandels in Syrien und der Nachfolge der Regierung von Bashar al-Assad unterstreicht der Nuntius die Notwendigkeit des Dialogs. Er orientiere sich hierbei an den Aufrufen von Papst Leo XIV., die Einheit über das Trennende zu stellen. Cona erklärt seine „volle und absolute Verfügbarkeit“, um Orte der Begegnung mit den staatlichen Autoritäten zu fördern. Ziel sei der Wiederaufbau des Landes, der neben der ökonomischen Ebene auch die menschliche und interreligiöse Gleichberechtigung umfassen müsse.
Diplomatie im Stillen
In Bezug auf die jüngsten militärischen Spannungen und Angriffe in der Region setzt Cona auf die klassische vatikanische Diplomatie. Unter Berufung auf Kardinal Sodano spricht er von einer „Diplomatie der Abwesenheit“ – einer aktiven Arbeit im Stillen, die oft effektiver sei als öffentlichkeitswirksame Aktionen. Er appelliert an die Regierenden, auf Provokationen nicht mit Gewalt zu reagieren, sondern den Weg des friedlichen Dialogs zu wählen.
Das Erbe von Oscar Romero
Zum Abschluss des Gesprächs nimmt Cona Bezug auf den heiligen Oscar Romero, der vor 46 Jahren ermordet wurde. Er beschreibt Romero als einen Hirten, der sich nicht politisch habe instrumentalisieren lassen, sondern aus einer pastoralen Notwendigkeit und dem Evangelium heraus für Menschenrechte eintrat. Dieses Vorbild an Mut und christlicher Nächstenliebe sieht Cona als Richtschnur für den priesterlichen Dienst in Krisengebieten.
(vatican news)
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