Suche

Vertriebene Menschen im Südsudan Vertriebene Menschen im Südsudan  (AFP or licensors)

Südsudan: Bischofskonferenz verurteilt Gewalt und fordert Konsequenzen

Neue Gewalt: Bewaffnete Jugendliche haben bei einem Angriff auf Ortschaften im Verwaltungsbezirk Ruweng im Südsudan 169 Menschen getötet. Die katholische Ortskriche sprach den Angehörigen Beileid aus, forderte Aufklärung und warnte vor einer Spirale der Gewalt.

Im Landkreis Abiemnhom, der im Norden unmittelbar an den Sudan grenzt, griffen bewaffnete Jugendliche am Sonntag sudanesischen Soldaten und Zivilisten an. Dabei starben 169 Menschen, mindestens 68 weitere wurden verletzt. Auch einige lokale Politiker befinden sich unter den Opfern. Die Kämpfe dauerten drei bis vier Stunden, dann gewann die Armee die Kontrolle über das Gebiet zurück. Zuvor hatten bereits mehr als 1.000 Menschen Zuflucht in einer Basis der UN-Mission gesucht.

Auch in der Region Ayod im Bundesstaat Jonglei war es zu Gewalt gekommen, durch die am 22. Februar 25 Menschen getötet wurden.  

Generalsekretär der Bischofskonferenz spricht sein Beileid aus

In seiner Predigt am Montag sprach der stellvertretende Generalsekretär der Katholischen Bischofskonferenz des Sudan und des Südsudan (SSSCBC), Pater Peter Biong, sein Beileid aus. Er versicherte die Angehörigen seines Gebets und wünschte ihnen Kraft, die schwierige Zeit der Trauer zu überstehen. Zudem beschrieb er auch die schwierige logistische Lage im Land, die es teilweise kaum möglich macht, die Opfer des Angriffs zu bestatten.

Die Bischofskonferenz (SSSCBC) richtete nach den Massakern einen „dringenden Appell an die Behörden“, eine „gründliche und unabhängige“ Untersuchung durchzuführen, um die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu bringen. „Straflosigkeit fördert die Wiederholung von Verbrechen“, warnten die Bischöfe. „Gerechtigkeit hingegen stellt das Vertrauen in die Bevölkerung wieder her.“

Keine Rache

„Das Blut unserer Brüder und Schwestern, Mütter und Väter, Söhne und Töchter, das nicht auf einem Schlachtfeld, sondern in ihren Gemeinden vergossen wurde, schreit zum Himmel“, verurteilte die Bischofskonferenz die Gewalt. „Wir sind zutiefst erschüttert, nicht nur über das Ausmaß des Leids, sondern auch über die eklatante Missachtung der Menschenwürde, die solche Taten darstellen“, hieß es in der Erklärung weiter. Die Kirchenvertreter riefen die Bevölkerung zugleich dazu auf, von Vergeltung abzusehen und einer „Kultur der tödlichen Rache“ zu entsagen.

Lage im Südsudan kompliziert

Die Situation im Südsudan verschlechterte sich in den vergangenen Monaten immer weiter. Nach einem vor wenigen Wochen gescheiterten Friedensabkommen aus dem Jahr 2018, das einen fünfjährigen Bürgerkrieg beendete, kam es häufig zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden politischen Gruppierungen.

 

(fides – cf/pr)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

04. März 2026, 10:39