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P. Ibrahim Faltas P. Ibrahim Faltas 

Kustodie: Der neue Krieg lähmt das Heilige Land

Pater Ibrahim Faltas, Verantwortlicher für die Schulen der Kustodie des Heiligen Landes, zeichnet in einem Videobericht ein düsteres Bild der aktuellen Lage in Jerusalem und den palästinensischen Gebieten seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran.

Mario Galgano - Vatikanstadt

„Es waren schwierige Momente, exakt wie an jenem Samstag, dem 7. Oktober 2023“, beschreibt Pater Faltas den plötzlichen Umschwung der Situation. In einem vom Christian Media Center verbreiteten Video schildert er die Panik, die ausbrach, als die Sirenen den Beginn der neuen Kampfhandlungen verkündeten. „Die Mädchen begannen zu weinen, ebenso die Lehrer. Alle hatten Angst.“

Zum Nachhören - was der Kustos sagt

Online-Unterricht zwischen Bombenalarmen

Seit diesem Moment sind die Schulen physisch geschlossen. Zwar wurde der Unterricht ins Internet verlagert, doch an normales Lernen ist kaum zu denken. Die Schüler seien „abgelenkt und verängstigt“, da sie auch in ihren eigenen vier Wänden ständig von Sirenengeheul und dem Donnern der Bombardierungen umgeben sind.

Der Krieg trifft jedoch nicht nur die Bildungseinrichtungen. Auch der für die Region überlebenswichtige Pilgerstrom ist abrupt abgerissen. „Diese Woche sollte das von den Franziskanern geführte Gästezentrum voll belegt sein – 90 Zimmer waren reserviert. Jetzt ist es leer“, so Faltas. Pilgergruppen aus Rumänien und Spanien haben ihre Reisen abgebrochen und das Land über Ägypten verlassen. Da auch der Flughafen geschlossen ist, steht die lokale Wirtschaft vor dem Kollaps.

Eine erschöpfte Bevölkerung

Nach zweieinhalb Jahren fast ununterbrochener Krisen ist die Belastbarkeit der Menschen am Ende. „Man kann so nicht weitermachen, man kann eine solche Situation nicht über so lange Zeit leben“, klagt der Ordensmann. Die Gewalt trifft die Familien unmittelbar: Erst vor zwei Tagen wurde der Vater eines Schülers schwer verletzt und kämpft im Shaare-Zedek-Krankenhaus nach zwei Operationen um sein Leben.

Ein Modell der Geschwisterlichkeit inmitten der Angst

Trotz der Verzweiflung sieht Pater Faltas auch einen Funken Hoffnung in der menschlichen Solidarität. In diesem Jahr fallen der Ramadan, die christliche Fastenzeit und das jüdische Purim-Fest auf dieselbe Zeit. Dieser seltene kalendarische Gleichklang könnte laut Faltas ein „Modell für das Zusammenleben, das Gebet und die Geschwisterlichkeit“ sein.

„Selbst in diesem schwierigen Moment sehe ich, dass sich alle gegenseitig helfen wollen. Alle sind vereint. Jeder hat Angst, aber es herrscht Einheit“, stellt er fest. Sein Bericht endet mit einem dringenden Friedensappell: „Wir hoffen, dass dieser Krieg endet, denn die Leute können wirklich nicht mehr. Zweieinhalb Jahre sind genug.“

(vatican news)

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05. März 2026, 13:36