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Kardinal Louis Sako Kardinal Louis Sako  (AFP or licensors)

Irak/Iran: Assyrische Patriarchen rufen zu Gewaltstopp auf

Die beiden assyrischen Patriarchen Mar Awa Royel III. und Louis Raphael Sako haben vom Irak aus zu einem Ende der Gewalt und zum Gebet für den Frieden für den Iran und den gesamten Nahen Osten aufgerufen. Im sunnitisch dominierten Pakistan kam es nach dem Tod des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei zu Protesten mit Toten.

„Wir rufen alle beteiligten Parteien und alle relevanten Akteure dazu auf, Zurückhaltung und Vorsicht walten zu lassen, insbesondere im Hinblick auf den Schutz unschuldiger Zivilisten, unabhängig von ihrer Nationalität oder ihrem Glauben“, hieß es in einer vom Patriarchat der Assyrischen Kirche des Ostens veröffentlichten Stellungnahme.

Die Assyrische Kirche des Ostens steht unter der Leitung von Patriarch Mar Awa, er hat seinen Sitz in der nordirakischen Stadt Erbil. Die Assyrische Kirche des Ostens zählt im Iran bis zu 30.000 Gläubige.

Gebet für Frieden

Etwas weniger Gläubige zählt im Iran die Chaldäische Kirche. Deren Oberhaupt Patriarch Louis Sako - er hat seinen Sitz in der irakischen Hauptstadt Bagdad - rief am Sonntag zum Gebet für den Frieden auf. Die Chaldäische Kirche hat im Iran eine eigene Erzeparchie mit Sitz in Teheran, der derzeit Erzbischof Imad Khoschaba Gargees vorsteht.

Die meisten Christen im Iran zählt die Armenische Kirche mit bis zu 150.000 Gläubigen. Die Armenisch-apostolische Kirche hat drei Diözesen im Iran.

Die Gesamtzahl der Christen im Iran wird von Menschenrechtsorganisationen allerdings mit bis zu 800.000 angegeben. Grund ist, dass neben den anerkannten Christen viele weitere in Untergrundgemeinden leben, die sich aus früheren Muslimen zusammensetzen, die laut den Berichten meist zum evangelikalen oder pfingstkirchlichen Christentum übergetreten sind.

Proteste in Pakistan nach Luftangriffen auf Iran

Im sunnitisch-islamischen Nachbarland des Iran, Pakistan, lösten die Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran eine Welle der Empörung und der Wut aus. Bei den Protesten nach dem Tod des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei kamen dabei mindestens 23 Menschen ums Leben. Zehn Demonstranten seien bei einem Protest vor dem US-Konsulat in der Millionenstadt Karatschi und elf in der nordpakistanischen Stadt Skardu getötet worden, wo eine aufgebrachte Menge ein UN-Büro in Brand gesetzt habe, berichteten pakistanische Medien am Montag. Zwei weitere Menschen seien bei Protesten in der Hauptstadt Islamabad gestorben. Nach dem Ausbruch von Gewaltaktionen durch die Demonstranten hatte die Polizei Tränengas und Schusswaffen eingesetzt.

„Märtyrertod“

Pakistans Präsident Asif Ali Zardari hatte am Sonntag sein tiefes Bedauern über den „Märtyrertod“ von Chamenei und anderen Mitgliedern der iranischen Führung durch Luftangriffe der USA und Israels zum Ausdruck gebracht.

Im überwiegend muslimischen Pakistan dominiert der sunnitische Islam, während der Iran die Hochburg der Schiiten ist. In Pakistan wird die schiitische Minderheit diskriminiert. Zudem kommt es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen sunnitischer Extremisten gegen Schiiten.

(kap - pr)


 

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02. März 2026, 18:30