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Mairead McGuinness Mairead McGuinness  (AFP or licensors)

EU: McGuinness ist neue Sonderbeauftragte für Religionsfreiheit

Die EU-Kommission hat am Donnerstag die Irin Mairead McGuinness zur neuen Sonderbeauftragten für Religions- und Glaubensfreiheit außerhalb der Europäischen Union ernannt. In dieser Funktion soll sie Dialogprozesse sowohl mit staatlichen Stellen als auch mit Organisationen und Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen unterstützen.

Die Position war nach dem Ausscheiden des vorherigen Amtsinhabers Franciscus Van Daele im Jahr 2024 über ein Jahr lang unbesetzt geblieben.

Aufgabenprofil und politischer Hintergrund

Die Kommission begründete die Ernennung mit dem Ziel, den Schutz der Religionsfreiheit und der Menschenwürde international zu stärken. „Die anhaltende Verfolgung von Einzelpersonen und Minderheiten aus religiösen, weltanschaulichen und ethnischen Gründen macht den Schutz und die Förderung dieser Freiheit außerhalb der EU umso wichtiger“, hieß es in einer Mitteilung der Brüsseler Behörde. Zu den Kernaufgaben der 66-Jährigen gehört künftig die Koordinierung diplomatischer Dialoge mit Nicht-EU-Staaten sowie die Förderung von religiöser Vielfalt und Toleranz.

McGuinness verfügt über langjährige Erfahrung in den europäischen Institutionen. Von 2020 bis 2024 war sie EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und Kapitalmarktunion. Zuvor gehörte sie ab 2004 dem Europäischen Parlament für die christdemokratische EVP-Fraktion an, zeitweise als dessen Vizepräsidentin. In dieser Funktion war sie bereits für den Dialog des Parlaments mit den Religionen zuständig und verfolgte das Ziel, Religionsgemeinschaften strukturierter in Gesetzgebungsprozesse einzubinden.

Werdegang und Reaktionen

Die Politikerin wuchs in einem katholischen Elternhaus mit sieben Geschwistern auf. Sie studierte Agrarökonomie am University College Dublin sowie Buchhaltung und Finanzwesen. Vor ihrer politischen Karriere war sie von 1980 bis 2004 als Journalistin tätig.

Anlässlich ihrer früheren Ernennung zur Kommissarin verwies der damalige Vizepräsident der EU-Bischofskommission COMECE, Bischof Noel Treanor, auf ihre Fähigkeit, Kompromisse zu finden. McGuinness selbst bezeichnete Religion in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) im Jahr 2017 als festen Bestandteil ihres Lebens und gab an, den Glauben von ihrer Mutter geerbt zu haben.

Das Amt des Sonderbeauftragten für Religionsfreiheit wurde 2016 geschaffen, um die diplomatischen Bemühungen der EU in diesem Bereich zu bündeln und den Schutz verfolgter Gruppen weltweit zu intensivieren.

(kna - mg)

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26. März 2026, 14:15