Wales: Religionsgemeinschaften fordern Stopp der Sterbehilfe
Die Debatte und die anschließende Abstimmung über die erforderliche Zustimmung des walisischen Parlaments sind für den 24. Februar 2026 angesetzt. Die Religionsführer warnen eindringlich vor den gesellschaftlichen Folgen einer solchen Gesetzesänderung.
„Niemand darf sich als Last fühlen“
In ihrer gemeinsamen Botschaft betonen die Unterzeichner, dass Wales auf eine lange Tradition des Mitgefühls und der Achtung der Menschenwürde zurückblicke. „Wahre Empathie bedeutet nicht, ein Leben zu beenden. Sie bedeutet, die Leidenden zu begleiten, ihren Schmerz zu lindern, Familien zu unterstützen und sicherzustellen, dass sich niemand verlassen, als Last oder wertlos fühlt“, heißt es in dem Statement.
Die Sorge der Geistlichen gilt besonders den Schwächsten: Wenn das Gesetz umgesetzt werde, könnten sich viele Kranke und Sterbende unter Druck gesetzt fühlen, ihrem Leben vorzeitig ein Ende zu setzen, um den Angehörigen oder dem Gesundheitssystem nicht „zur Last zu fallen“. Ein würdevolles Leben zu schützen bedeute hingegen, eine Gesellschaft zu bauen, in der Schutzbedürftigkeit kein Makel sei.
Forderung nach Ausbau der Palliativmedizin
Anstatt den assistierten Suizid zu legalisieren, fordern die Religionsführer eine massive Stärkung der Palliativmedizin und der Hospizbewegung in ganz Wales. „Wales verdient etwas Besseres als diesen Gesetzentwurf“, erklären die Unterzeichner. Die Politik müsse den Fokus auf eine Versorgung richten, die das Leben bis zu seinem natürlichen Ende würdigt.
Ein breites Bündnis des Glaubens
Die Liste der Unterzeichner ist bemerkenswert lang und repräsentativ für die religiöse Vielfalt des Landes. Neben dem katholischen Erzbischof Mark O’Toole (Cardiff-Menevia) und der anglikanischen Bischöfin Cherry Vann (Monmouth) finden sich unter anderem: Rabbi Michoel Rose (Cardiff United Synagogue); Abdul-Azim Ahmed (Muslim Council of Wales); Gurmit Singh Randhawa MBE (Sikh Council of Wales), sowie Sakti Guha Niyogi (Hindu Council of Wales)
Appell an die Bürger
Die Religionsvertreter rufen die Bevölkerung von Wales dazu auf, ihre jeweiligen Parlamentsabgeordneten (MS – Members of the Senedd) zu kontaktieren und sie dazu zu bewegen, gegen die „Legislative Consent Motion“ zu stimmen. Nur so könne verhindert werden, dass das in Westminster diskutierte Gesetz auch in Wales Anwendung findet.
(vatican news - mg)
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