Abkommen für den Frieden: Kirche und Afrikanische Union verbünden sich
Jean-Paul Kamba, SJ und Mario Galgano - Vatikanstadt
Kardinal Fridolin Ambongo, Erzbischof von Kinshasa und Präsident des SECAM, bezeichnete die Erneuerung des Abkommens im Gespräch mit den Vatikanmedien als „strategische Roadmap“. In einer Zeit, in der der Kontinent von zahlreichen Konflikten überzogen werde, die er mit „Buschfeuern“ verglich, könne die Kirche einen entscheidenden Beitrag zur Mediation und Prävention leisten.
Fünf Säulen für die Zukunft Afrikas
Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf fünf zentrale Achsen und zwar gehe es zunächst um Konfliktprävention, also der Entwicklung kirchlicher Mediationskonzepte für staatliche Akteure. Es sollen auch Wahlbeobachtung duchrgeführt werden, um die zivilgesellschaftliche Bildung für transparente Wahlen zu fördern. Ein weiterer Punkt betrifft den sozialen Zusammenhalt. Es gehe um die Stärkung der gesellschaftlichen Basis. Auch der interreligiöse Dialog soll gefördert werden und zwar durch Prävention religiös motivierter Spannungen. Und schliesslich gehe es um die Achtung der Menschenrechte, also den Schutz der Würde jedes Einzelnen.
„Unser Anliegen ist es, dass der Wille des Volkes stets respektiert wird“, betonte Ambongo mit Blick auf die oft umstrittenen Wahlergebnisse auf dem Kontinent.
Kooperation statt Konkurrenz
Ein wesentlicher Aspekt des neuen Protokolls ist die Klärung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat. In der Vergangenheit entstand oft der Eindruck einer Rivalität. „Wir wollen solche Interpretationen vermeiden, damit wir Hand in Hand in Sektoren arbeiten können, die der Bevölkerung direkt zugutekommen“, erklärte der Kardinal. Das Abkommen biete nun den juristischen Rahmen für das tägliche Engagement der Kirche vor Ort.
Unterstützung erhält die Initiative auch von politischer Seite. Ambongo berichtete von fruchtbaren Gesprächen mit dem burundischen Präsidenten Évariste Ndayishimiye, dem künftigen amtierenden Vorsitzenden der AU.
Fokus auf Wasser und Hoffnung
Ein konkretes Handlungsfeld für das Jahr 2026 ist die „Erklärung von Addis Abeba“ zur Nachhaltigkeit der Wasserressourcen. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser wird von der Kirche als moralische Pflicht eingestuft. Dies deckt sich mit dem Jahresschwerpunkt der Afrikanischen Union.
Abschließend verwies Kardinal Ambongo auf die Worte von Papst Leo XIV., der Afrika als „Kontinent der Hoffnung“ bezeichnete. Die Kirche wolle dazu beitragen, dass die Afrikanische Union dynamischer und effektiver werde, anstatt lediglich ihre Ohnmacht in Krisenregionen wie der Region der Großen Seen zu konstatieren. „Afrika darf nicht den Mut verlieren, denn seine Zukunft hängt von ihm selbst ab“, so der Kardinal.
(vatican news)
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