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Nigeria: Alle christlichen Geiseln sind frei

Die wochenlange Ungewissheit für die Christen im nigerianischen Bundesstaat Kaduna hat ein Ende: Wie die Nachrichtenagentur Fides am Donnerstag berichtete, sind die letzten verbliebenen Geiseln, die Mitte Januar aus zwei Kirchen verschleppt worden waren, wieder in Freiheit.

Die Freilassung erfolgte in den späten Abendstunden am Mittwoch, 4. Februar. Augenzeugen berichteten lokalen Medien, dass zwischen 23 Uhr und 2 Uhr nachts mehrere Lastwagen beobachtet wurden, die in ein Waldgebiet nahe der Stadt Maro ein- und ausfuhren. Kurze Zeit später wurde die Rückkehr der Verschleppten bestätigt.

Ein Überfall während des Gottesdienstes

Das Drama hatte am Sonntag, 18. Januar, in der Gemeinde Kurmin Wali (Distrikt Kajuru) seinen Lauf genommen. Ein bewaffnetes Kommando hatte während laufender Gottesdienste zwei Gotteshäuser der „Kirche der Seraphim und Cherubim“ – einer indigenen afrikanischen Kirche (AIC) – gestürmt. Insgesamt wurden mindestens 177 Gläubige in die nahegelegenen Wälder verschleppt.

Bereits Ende Januar war es etwa achtzig Personen gelungen, aus der Gewalt ihrer Entführer zu fliehen. Die restlichen 86 Personen verblieben jedoch unter ungeklärten Bedingungen in der Hand der Banden.

Befreiung durch Sicherheitskräfte

Die nun erfolgte Freilassung der verbliebenen Geiseln war nach offiziellen Angaben das Ergebnis einer koordinierten Aktion verschiedener Sicherheitskräfte. Ob Lösegeldzahlungen geleistet wurden – eine in der Region verbreitete Praxis –, wurde von den Behörden nicht kommentiert.

Der Bundesstaat Kaduna im Norden Nigerias gilt seit Jahren als Brennpunkt für religiös motivierte Gewalt und organisierte Kriminalität. Besonders Kirchen und christliche Gemeinschaften stehen immer wieder im Visier bewaffneter Gruppen, die Entführungen als Druckmittel und zur Finanzierung ihrer Aktivitäten nutzen.

(fides - mg)

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05. Februar 2026, 14:55