Nigeria: Klerus protestiert gegen Massaker im Bundesstaat Taraba
Die Bilanz der letzten Wochen ist erschütternd: Über 80 Menschen wurden ermordet, unzählige verletzt. Mehr als 200 Gemeinschaften und Kirchen fielen Flammen und Zerstörung zum Opfer. „Über 90.000 Christen wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen“, berichtete Pater Yaro, der den Protestzug anführte.
Strategische Vertreibung und Hunger als Waffe
Besonders betroffen ist das Volk der Tiv im Süden des Bundesstaates Taraba, vor allem in den Gebieten Takum, Donga und Ussa. Die Angreifer, identifiziert als bewaffnete Fulani-Milizen, schlagen meist nachts zu. Sie töten wahllos, plündern Vorräte und setzen Häuser in Brand.
Laut Pater Yaro verfolgen die Angreifer ein klares Ziel: die dauerhafte Landnahme. „Die Milizen haben die Kontrolle über ganze Farmen christlicher Familien übernommen. Sie ernten nun die Erzeugnisse der vertriebenen Gemeinschaften und verfüttern sie an ihre Tiere“, schilderte der Vikar die verzweifelte Lage. Neben den Morden berichtete er von „zahllosen Gräueltaten wie Vergewaltigungen“ und Wegelagerungen, bei denen harmlose Bauern hingerichtet würden.
Ruf nach Sicherheit und Gerechtigkeit
Der Klerus fordert ein sofortiges Ende des „Blutbades im Hinterland“. Pater Yaro verlangte von der Regierung die Mobilisierung adäquater Sicherheitskräfte, um die wehrlosen Bauern zu schützen. „Die Regierung auf allen Ebenen muss sich verpflichten, die Komplizen und Täter dieser abscheulichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht zu bringen – ungeachtet ihrer ethnischen, politischen oder religiösen Zugehörigkeit“, so die Forderung.
Drohende humanitäre Katastrophe
Die Situation der 90.000 Binnenflüchtlinge verschärft sich stündlich. Pater Yaro rief Hilfsorganisationen, NGOs und Philanthropen zur Soforthilfe auf. Um eine Katastrophe abzuwenden, benötigten die Menschen dringend: Lebensmittel und Trinkwasser, Medizinische Versorgung, Hygieneartikel und Schlafmatten sowie temporäre Unterkünfte (Zelte).
Appell zum Dialog
Trotz der Schwere der Vorwürfe endete Pater Yaro mit einem Friedensangebot. Er forderte die „Key Player“ der Region – traditionelle Herrscher, religiöse Führer, Sicherheitsbehörden und politische Köpfe – dazu auf, in einen aufrichtigen und konstruktiven Dialog zu treten. Nur so könne eine dauerhafte Stabilität im Süden von Taraba erreicht werden.
(fides - mg)
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