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Sergio Omar Sotelo Aguilar in seiner Redaktion Sergio Omar Sotelo Aguilar in seiner Redaktion 

Mexiko: Ein Priester gegen die Kartelle

Nach den Gewaltausbrüchen im Anschluss an den Tod des Drogenbosses „El Mencho“ versucht das Land, zu einer neuen Normalität zurückzufinden und den Kampf gegen das organisierte Verbrechen zu intensivieren.

Federico Piana – Vatikanstadt

Der Gouverneur des Bundesstaates Jalisco, Pablo Lemus, hat den Ausnahmezustand ausgehoben, der eine Ausgangssperre und eine weitgehende Lähmung des öffentlichen Lebens bedeutet hatte. Allerdings bedeutet dies nicht, dass in Mexiko wieder Normalität eingekehrt ist. Im Gegenteil. Um dies zu verstehen, genügt ein Blick auf den Hafen von Puerto Vallarta in Jalisco, wo das Schiff „Usumacinta“ 103 Soldaten und mehrere voll bewaffnete Geländewagen an Land abgesetzt hat: Das erklärte Ziel ist es, die Sicherheit der Pazifikküste zu verstärken, nachdem es in vielen Teilen des Bundesstaats und darüber hinaus zu Angriffen, Attentaten und Schießereien gekommen ist.

„Dies alles ist in erster Linie passiert, weil das Kartell de Jalisco Nueva Generación unter der Führung von Osegura Cervantes, genannt El Mencho, seine Macht auf 21 Bundesstaaten des Landes und 70 Länder weltweit ausgeweitet hat“, erklärt Don Sergio Omar Sotelo Aguilar, Priester, Journalist und Direktor des katholischen Multimediazentrums, gegenüber den vatikanischen Medien. Er engagiert sich seit Jahren im Kampf gegen das organisierte Verbrechen und die Korruption, was ihm Drohungen und Anschläge seitens der Drogenbosse eingebracht hat. Lange Zeit habe die Regierung Mexikos „darum gekämpft, das Voranschreiten und die Stärkung krimineller Organisationen einzudämmen, doch ihre korrupte Macht hat es geschafft, auch einige politische Verwaltungen und andere öffentliche Einrichtungen zu infiltrieren.“

Druck der Zivilgesellschaft

In den letzten Jahren, so der Priester, habe der Druck der öffentlichen Meinung und der Regierung der Vereinigten Staaten den Kampf gegen die Illegalität neu belebt und zu weitreichenden Operationen geführt, wie derjenigen, die zur Eliminierung von „El Mencho“ geführt habe. Aber das reiche noch nicht aus: „Das organisierte Verbrechen hat sich in ungeahnter Weise verstärkt, seine Macht ist so groß, dass es Bundesstaaten gibt, die praktisch von den Kartellen regiert werden. Die militärische und wirtschaftliche Macht des Drogenhandels hat ihre eigenen Regeln der Regierungsführung und ihre eigenen wirtschaftlichen Strukturen hervorgebracht und eine Kultur durchgesetzt, die den Drogenhandel als Lebensstil fördert.“

Drogenwirtschaft, Drogenpolitik und Drogenkultur, die weite Bereiche des sozialen Lebens der Gemeinschaft durchdringen, bringen die Kirche in Bedrängnis. „Dies zeigt sich“, sagt Don Sotelo Aguilar, „an der Zunahme der Angriffe auf Personen, die der Kirche, ihren Pfarreien und ihren Strukturen nahestehen. Dennoch ist die pastorale Arbeit heute stärker und konsequenter denn je mit der Verkündigung des Evangeliums verbunden. Natürlich gibt es die Angst vor Gewalt, aber es gibt auch einen unerschütterlichen Glauben, der die pastoralen Prozesse vorantreibt und voranbringt.“

Konkrete Maßnahmen

Ein konkretes Beispiel für dieses Engagement ist „Dialoge für den Frieden“: eine Bewegung, die dank kirchlicher Institutionen und der Zivilgesellschaft ins Leben gerufen wurde und deren Ziel es ist, die Öffentlichkeit dazu anzuregen, Wege zum Zusammenhalt und zur Befriedung zu finden. „Ebenso haben Organisationen wie das Katholische Multimediazentrum, dessen Direktor ich bin, seit Jahren auf das Phänomen der Gewalt, insbesondere gegen Mitglieder der Kirche, aufmerksam gemacht, um das Bewusstsein für ein Phänomen zu schärfen, das der Gesellschaft insgesamt schadet und das es zu beseitigen gilt. Die mexikanische Bischofskonferenz hat ihrerseits durch Erklärungen und Botschaften begonnen, die schrecklichen Schäden, die der Drogenhandel und die organisierte Kriminalität verursachen, sehr direkt anzuprangern.“

Eines ist für Don Sotelo Aguillar ganz klar: „Mein Land ist zu einem gefährlichen Ort für Journalisten und Priester geworden, generell für diejenigen, die für die Verteidigung der Menschenrechte kämpfen. Als Priester und Journalist stehe ich vor einer großen Herausforderung: zu sprechen und allen die Nächstenliebe der Wahrheit zu bringen – einer Wahrheit, die befreit und Würde verleiht. Für ein freies, friedliches und gerechtes Mexiko zu kämpfen, wird für mich immer ein Privileg sein, für das es sich lohnt, auch sein Leben zu geben.“

(vatican news)

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26. Februar 2026, 13:57