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Pater Francesco Ielpo (Foto: Custodia di Terra Santa) Pater Francesco Ielpo (Foto: Custodia di Terra Santa) 

Appell aus Jerusalem: Kollekte soll christliche Präsenz stärken

Angesichts der verheerenden Auswirkungen von Krieg und wirtschaftlicher Not hat Pater Francesco Ielpo, der Kustos des Heiligen Landes, einen dringenden Appell zur Karfreitags-Kollekte (3. April) veröffentlicht.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Die „Colletta Pro Terra Sancta“ sei in diesem Jahr weit mehr als ein Akt der Wohltätigkeit – sie sei ein „konkretes Zeichen der Gemeinschaft“ mit einer Kirche, deren Fortbestand in der Region bedroht ist.

In seiner am Mittwoch in Jerusalem veröffentlichten Botschaft beschreibt Pater Ielpo eine düstere Lage in der gesamten Region. „Wir können nicht verbergen, dass die Zeit, in der wir leben, schwierig ist“, so der Kustos. Krieg, Gewalt und Unsicherheit hätten den Gazastreifen, Palästina, Israel, den Libanon und Syrien „hart getroffen“.

Wirtschaftlicher Kollaps durch fehlende Pilger

Zusätzlich zur militärischen Gewalt verschärfe das Ausbleiben der Pilgerströme die Krise massiv. „Viele christliche Familien, die vom Pilgertourismus lebten, kämpfen heute um ihren Lebensunterhalt“, berichtet Ielpo. Dies führe zu einer gefährlichen Perspektivlosigkeit: „Junge Menschen finden es immer schwieriger, sich eine Zukunft hier, in ihrem Land, vorzustellen. Die Hoffnung selbst erscheint verwundet – in Bethlehem, in Jerusalem, im Norden Israels sowie im Libanon und in Syrien.“

Wiederaufbau von Vertrauen statt nur von Mauern

Die Karfreitags-Kollekte ist die Haupteinnahmequelle für die Arbeit der Franziskaner im Heiligen Land. Mit den Geldern werden Schulen, Pfarreien, soziale Projekte und Notfalleinsätze finanziert. Doch Pater Ielpo betont, dass es um mehr als materielle Hilfe geht:

„Es geht nicht nur darum, Gebäude wiederaufzubauen, sondern darum, Beziehungen, Vertrauen und Hoffnung wiederherzustellen. Und das geschieht vor allem durch Bildung, durch die Jugend, durch die Familien – durch Orte, an denen eine Kultur der Begegnung und des Friedens entstehen kann.“

Ein Ruf zur Geschwisterlichkeit

Der Kustos schloss sich dem dringenden Ruf von Papst Leo XIV. nach Gebet und Fasten für den Frieden an. Er bat die Weltkirche, das Heilige Land am Karfreitag nicht zu vergessen: „Gedenkt unserer im Gebet und unterstützt uns mit eurer Großzügigkeit. Eure Nähe ist für uns ein kostbares Zeichen der Brüderlichkeit und der Hoffnung.“

Die Kollekte für das Heilige Land wird traditionell in allen katholischen Kirchen weltweit am Karfreitag durchgeführt und direkt an die Kustodie in Jerusalem weitergeleitet, um die heiligen Stätten zu erhalten und die christliche Minderheit vor Ort zu unterstützen.

(sir)

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18. Februar 2026, 13:08